Seminar: [BA-EM] Diktaturen im Rausch? Alkohol im Nationalsozialismus und in der DDR - Details

Seminar: [BA-EM] Diktaturen im Rausch? Alkohol im Nationalsozialismus und in der DDR - Details

Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: [BA-EM] Diktaturen im Rausch? Alkohol im Nationalsozialismus und in der DDR
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 27
maximale Teilnehmendenzahl 25
Wartelisteneinträge 2
Heimateinrichtung Leitung des Instituts für Geschichte
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Erster Termin Mittwoch, 08.04.26, 10:00 - 12:00 Uhr Seminarraum 12 (R.2.40) [EA 26-27]
Lehrsprache(n) Deutsch
SWS 2

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

So diszipliniert und enthaltsam, wie Adolf Hitler von der NS-Propaganda dargestellt wurde, sollte bestenfalls auch die deutsche Bevölkerung beim Thema Alkohol sein. Eigentlich. Der NS-Staat förderte zeitweise aus wirtschaftlichen und ideologischen Gründen sogar den Konsum bestimmter Alkoholika. Auch diente Alkohol nicht erst im Zweiten Weltkrieg zur Enthemmung bei Gewalttaten und zur Betäubung von Angst und Leiden. Gleichzeitig wurde übermäßiger Alkoholkonsum im Nationalsozialismus stigmatisiert und geahndet – bis hin zu Zwangssterilisation und Ermordung.

Auch die DDR hatte eine ambivalentes Verhältnis zum Alkohol. Auffälliger Alkoholkonsum galt dem Sozialismus als „wesensfremd“. Eine zentral organisierte Versorgung alkoholkranker Menschen gab es deshalb lange nicht. Insbesondere dem Schnaps und den Kneipen wurde zwischenzeitlich propagandistisch der Kampf angesagt. Zugleich war der Alkoholkonsum in der DDR (ebenso wie im westlichen Nachbarland) vergleichsweise hoch und Zeitzeug*innenberichte und andere Quellen zeigen zahlreiche Trinkgelegenheiten im DDR-Alltag.

Im Seminar untersuchen wir Alkoholpolitik und Trinkkulturen im nationalsozialistischen Deutschland und in der DDR anhand unterschiedlicher Quellen. Dabei rücken wir Themen der Alltags-, Gewalt- und Wirtschaftsgeschichte in den Fokus, blicken auf Gesundheitspolitik und -fürsorge in unterschiedlichen Systemen und auf das Spannungsverhältnis von Propaganda und Realität. Wir ordnen die Trinkgewohnheiten im Nationalsozialismus und in der DDR im Vergleich zu anderen Staaten ein und fragen nach Kontinuitäten und Brüchen entlang historischer Zäsuren. Und wir diskutieren, ob und wie Diktatur und Alkohol eigentlich zusammenpassen.

Einführende Lektüreempfehlungen:
Von Klimó, Árpád/Rolf, Malte (Hgg.): Rausch und Diktatur. Inszenierung, Mobilisierung und Kontrolle in totalitären Systemen, Frankfurt/M. 2006, Fabian, Sina/Wildt, Michael: Editorial, in: Historische Anthropologie 28 (2020), H. 2: Alkohol, S. 153–159, Fahrenkrug, Hermann: Alcohol and the State in Nazi Germany, 1939–1945, in: Barrows, Susanna/Room, Robin (Hgg.): Drinking. Behavior and Belief in Modern History, Berkeley 1991, S. 315–334, Kochan, Thomas: Blauer Würger. So trank die DDR, Berlin 2011.

Studienleistung: aktive laufende Mitarbeit, Vor- und Nachbereitung der Sitzungen, Präsentation/Gestaltung einer Sitzungseinheit oder Abgabe einer schriftlichen Aufgabe

Modulleistung: Hausarbeit

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "BA-EM SoSe 2026".
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Diese Regel gilt von 09.03.2026 10:00 bis 12.04.2026 00:00.
    Die Anmeldung zu maximal 1 Veranstaltungen des Anmeldesets ist erlaubt.
  • Die Anmeldung ist möglich von 09.03.2026, 10:00 bis 12.04.2026, 23:59.
  • Es wird eine festgelegte Anzahl von Plätzen in den Veranstaltungen verteilt.
    Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.
Veranstaltungszuordnung: