Seminar: [BA-EM] Sachsen-Anhalt seit 1990. Ansätze und Perspektiven der jüngsten Zeitgeschichte - Details

Seminar: [BA-EM] Sachsen-Anhalt seit 1990. Ansätze und Perspektiven der jüngsten Zeitgeschichte - Details

Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: [BA-EM] Sachsen-Anhalt seit 1990. Ansätze und Perspektiven der jüngsten Zeitgeschichte
Semester WiSe 2026/27
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 9
maximale Teilnehmendenzahl 30
Heimateinrichtung Institut für Geschichte
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Mittwoch, 28.10.26, 10:00 - 12:00 Uhr Seminarraum 22 A (Raum 1.02) [LuWu 2]
Leistungsnachweis Modulleistung: Hausarbeit

Studienleistung: Referat und Thesenpapier
Lehrsprache(n) Deutsch
SWS 2

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Die geschichtswissenschaftliche Erforschung der 1990er Jahre und der Transformationsgeschichte hat sich in den letzten Jahren deutlich intensiviert. Im Zentrum stehen dabei Fragen nach der Lesart der Geschichte der „neuen“ Bundesrepublik, nach der Bewertung der postsozialistischen Transformation sowie nach dem Verhältnis von west- und ostdeutscher Geschichte. In jüngster Zeit mehren sich Stimmen, die für eine Perspektiverweiterung jenseits der nationalen Ebene plädieren und stärker die Landes- und Regionalgeschichte in den Blick nehmen. Für einen solchen Zugang ist der Blick auf Sachsen-Anhalt besonders ertragreich, gehört doch zu den Gemeinplätzen der öffentlichen Debatte die Annahme, es handele sich um ein besonders „identitätsloses“ Bundesland.
Vor diesem Hintergrund wird in dem Seminar anhand ausgewählter Felder nach den Spezifika der Landeszeitgeschichte Sachsen-Anhalts seit 1990 gefragt. Zunächst stehen die politische Kultur („Magdeburger Modell“) und die Institutionengeschichte im Mittelpunkt. Außerdem geht es um die Wirtschafts- und Sozialgeschichte: um Privatisierung und Protest, um die Geschichte der Schwerindustrie und um neue Branchen wie die Solarindustrie. Aus alltags- und kulturgeschichtlicher Perspektive werden zudem Debatten über die Landesidentität, Vergangenheitspolitik und die Erfahrungsgeschichte der Transformation beleuchtet. Ausgehend von einer methodischen Diskussion des Verhältnisses von Zeitgeschichte, Landes- und Regionalgeschichte begleiten folgende Fragen das Seminar: Wie ordnet sich die Geschichte Sachsen-Anhalts in die Geschichte der Berliner Republik ein? Welche politischen, sozialen, ökonomischen und kulturellen Dynamiken prägten das Bundesland? Welche Perspektiven auf die postsozialistische Transformation lässt sich über einen landes- und regionalhistorischen Zugriff gewinnen?
Anhand der Geschichte Sachsen-Anhalts bietet das Seminar eine Einführung in die Landeszeit- und Transformationsgeschichte. Neben empirischen Beispielen diskutieren wir zentrale Konzepte zur Erforschung der 1990er Jahre. Das Seminar eröffnet damit einen doppelten Zugriff auf die Geschichte Sachsen-Anhalts: Es erschließt Zugänge zur Zeitgeschichte seit 1990 und fragt zugleich nach den Spezifika kleinerer und mittlerer Räume in dieser Epoche.

Literaturempfehlung:
Großbölting, Thomas: Wiedervereinigungsgesellschaft. Aufbruch und Entgrenzung in Deutschland seit 1989, Bonn 2020.
Christina Morina (Hg.): Deutschland und Europa seit 1990. Positionen, Kontroversen, Perspektiven, Göttingen 2020.
Ther, Philipp: Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa, Berlin 2014.

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "WS 2026/2027 BA-Einführungsmodul Moderne".