Seminar: [BA-EM] Die Familie als umkämpfte Sozialformation. Auseinandersetzungen über Familienpolitik, Familienideale und Familienalltag im 20. Jahrhundert - Details

Seminar: [BA-EM] Die Familie als umkämpfte Sozialformation. Auseinandersetzungen über Familienpolitik, Familienideale und Familienalltag im 20. Jahrhundert - Details

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General information

Course name Seminar: [BA-EM] Die Familie als umkämpfte Sozialformation. Auseinandersetzungen über Familienpolitik, Familienideale und Familienalltag im 20. Jahrhundert
Semester SoSe 2026
Current number of participants 25
maximum number of participants 20
Home institute Leitung des Instituts für Geschichte
Courses type Seminar in category Offizielle Lehrveranstaltungen
Next date Thursday, 16.04.2026 14:00 - 16:00, Room: Seminarraum 18 (Raum 1.11) [LuWu 2]
Lehrsprache(n) Deutsch

Module assignments

Comment/Description

Die Familie ist ein zentraler Ort der Sozialisation. Sie dient als Projektionsfläche für Sehnsüchte, Hoffnungen und Ängste. Sie wird imaginiert als Schutzraum und als Stabilitätsanker, ist zugleich aber auch Ort vielfältiger Zurichtungs- und Gewalterfahrungen. Über das gesamte 20. Jahrhundert hinweg war die Familie daher nicht nur Lebensrealität und Hoffnungshorizont, sondern auch eine intensiv diskutierte Sozialformation. Sie wurde in allen politischen und gesellschaftlichen Lagern verhandelt und aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven analysiert. Politiker, Wissenschaftler, Pädagogen, Kirchenvertreter und Journalisten stritten über das „richtige“ Verständnis von Familie und in heftigen Kontroversen prallten divergierten Ansichten darüber aufeinander, wie die ideale Familie aussehen sollte und welche Aufgaben sie zu erfüllen habe. Debattiert wurde dabei auch über Geschlechterrollen und Partnerschaftsideale, über Autoritätskonzepte und das Verhältnis der Generationen sowie über die Kindererziehung. In diesen Auseinandersetzungen über Familienpolitik und Familienideale wurde damit immer auch die gegenwärtige und zukünftige Gesellschaft als Ganzes verhandelt.
Im Mittelpunkt des Seminars stehen diese vielfältigen Veränderungen von Familienidealen und Familienleben im 20. Jahrhundert. Gefragt wird dabei – am deutschen Beispiel – u.a. nach der Bedeutung politischer Zäsuren für diese Wandlungsprozesse und nach den Unterschieden zwischen gesellschaftlichen Klassen, Schichten und Milieus. Das Seminar wird grundlegende Kenntnisse in der deutschen Geschichte vermitteln und durch intensive Text- und Quellenlektüre auf die Hausarbeit vorbereiten. Erwartet wird die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit der umfangreichen Forschungsliteratur und die aktive Beteiligung an den Diskussionen im Seminar.

Literaturempfehlung:
Andreas Gestrich: Geschichte der Familie im 19. und 20. Jahrhundert, München 22010; Sonja Levsen: Autorität und Demokratie. Eine Kulturgeschichte des Erziehungswandels in Westdeutschland und Frankreich (1945-1975), Göttingen 2019; Gunilla Budde: So fern, so nah. Die beiden deutschen Gesellschaften (1949-1989), Stuttgart 2023; Michael Mitterauer: Sozialgeschichte der Familie. Kulturvergleich und Entwicklungsperspektiven, Wien 2009; Anja Schierbaum, Jutta Ecarius (Hg.): Handbuch Familie, 2 Bände, Wiesbaden 22022.

Modulleistung: Hausarbeit

Studienleistung: Zur Vorbereitung der Hausarbeit sind im Laufe des Semesters mehrere Studienleistungen zu erbringen (u. a. Exzerpte, historische Kontextualisierung von Quellen, Bibliographie, Entwicklung einer Leitfrage und einer Gliederung für die Hausarbeit). Verpflichtende Studienleistung ist darüber hinaus die regelmäßige aktive Teilnahme auf Basis der zur Verfügung gestellten Vorbereitungslektüre an der Seminardiskussion und die Bearbeitung von Übungsaufgaben.

Diese Lehrveranstaltung ist im Studienbegleitprogramm von gender*bildet (Zertifikat Gender Studies) anrechenbar. Nähere Informationen finden Sie unter diesem Link: https://www.rektorin.uni-halle.de/stabsstellen/vielfalt-chancengleichheit/gender_bildet/angebote_studierende/zertifikat/

Admission settings

The course is part of admission "BA-EM SoSe 2026".