Seminar: [MA-VI/MA-MI/Msc-IAS-WG1/2] Totale Geschichte? Erkenntnispotentiale mikro-lokalhistorischer Datensammlungen - Details

Seminar: [MA-VI/MA-MI/Msc-IAS-WG1/2] Totale Geschichte? Erkenntnispotentiale mikro-lokalhistorischer Datensammlungen - Details

Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: [MA-VI/MA-MI/Msc-IAS-WG1/2] Totale Geschichte? Erkenntnispotentiale mikro-lokalhistorischer Datensammlungen
Semester WiSe 2026/27
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 16
maximale Teilnehmendenzahl 15
Heimateinrichtung Institut für Geschichte
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Mittwoch, 28.10.26, 10:00 - 12:00 Uhr Seminarraum 11 (R.2.39) [EA 26-27]
Lehrsprache(n) Deutsch

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Die Vision, Lebenswirklichkeiten in der Vergangenheit in einer umfassenden Geschichte erfassen zu können (anstelle von ein paar wenigen, von bedeutenden Akteuren geprägten und voneinander klar abgrenzbaren gesellschaftlichen Sphären der Politik, der Wirtschaft und der Kultur), treibt die Sozialgeschichte mitsamt ihren Vorläufern und Nachfolgern seit mehr als zwei Jahrhunderten an. Können wir „alles“ wissen über „die Menschen“? Die gegenwärtige Geschichtswissenschaft neigt dazu, eine solche Vorstellung als naiv zurückzuweisen. Aber: Weder die „totale Geschichte“ der französischen Annales-Schule seit den 1950ern, noch die „microstoria“ von Ginzburg, Levi und Sabean, noch die marxistische Sozialgeschichte Hartmut Zwahrs sind in diesem Sinne naiv. Gemeinsam ist ihnen zum einen, dass sie tendenziell auf der Dokumentation von Beziehungen, Interaktionen und Lebensläufen lokaler Gesamtbevölkerungen (oder im Fall Zwahrs: des lokalen „Proletariats“) beruhen. Gemeinsam ist ihnen vor allem aber, dass sie genaugenommen mitnichten „alles“ untersuchen, sondern spezielle Phänomene, die eben nicht sauber in eine einzelne soziale Sphäre einzusortieren sind. Diese „totalen sozialen Phänomene“ betreffen wenn nicht „alle“, dann doch mehrere Lebensbereiche, z.B. die Verbindung von sozialer Lage und sozialem Handeln, von Emotionen und materiellen Interessen, von Wirtschaft, Herrschaft und Privatleben.
Als Grundlage für diese Art von Geschichte, „Mikrogeschichte“, sind seit den 1970er Jahren Datensammlungen zu einzelnen Dörfern und Städten entstanden, die wir im Seminar punktuell mithilfe moderner geschichtswissenschaftlicher Datenbanktechnologie (dem FactGrid) nutzbar machen wollen. Insbesondere befassen wir uns mit Datenbeständen zu Neckarhausen, Leipzig, Weimar und Jena.

Literaturempfehlung:
Jürgen Schlumbohm (Hg.): Mikrogeschichte, Makrogeschichte - komplementär oder inkommensurabel? Göttingen 1998.

Modulleistung: Hausarbeit oder mündliche Prüfung (je nach Studiengang).

Studienleistung: Mitgestaltung des Seminargesprächs, schriftliche Beiträge und mündliche Präsentationen.

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "WS 2026/2027 alle andere Lehrveranstaltungen".
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Es wird eine festgelegte Anzahl von Plätzen in den Veranstaltungen verteilt.
    Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.
  • Die Anmeldung ist möglich von 28.09.2026, 08:00 bis 18.10.2026, 23:59.