Übung: [BA-VM/MA-IntPol-GPO] Jüdische Selbstbeschreibung im imperialen Russland. Quellenlektüre und -analyse - Details

Übung: [BA-VM/MA-IntPol-GPO] Jüdische Selbstbeschreibung im imperialen Russland. Quellenlektüre und -analyse - Details

Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Übung: [BA-VM/MA-IntPol-GPO] Jüdische Selbstbeschreibung im imperialen Russland. Quellenlektüre und -analyse
Semester WiSe 2026/27
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 8
maximale Teilnehmendenzahl 17
Heimateinrichtung Institut für Geschichte
Veranstaltungstyp Übung in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Donnerstag, 29.10.26, 10:00 - 12:00 Uhr Seminarraum 9 (R.2.36) [EA 26-27]
Lehrsprache(n) Deutsch

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Juden und Jüdinnen in Europa waren im 19. und frühen 20. Jahrhundert oft Gegenstand ethnographischer
Untersuchungen, aber nur selten haben sie sich selbst beschrieben. Eine Ausnahme ist die "Ethnographische Skizze der jüdischen Bevölkerung im Russländischen Reich", die Mojshe Berlin 1861 in St. Petersburg auf Russisch veröffentlichte.

Im Aufbau seiner knapp 100 Seiten langen Studie folgte er dem Programm der 1845 gegründeten Kaiserlichen Russischen Geographischen Gesellschaft, die sich zum Ziel gesetzt hatte, die heterogene Bevölkerung des riesigen Reiches mit Hilfe von Wissenschaftlern und Laien zu erkunden.
Jüdische Untertanen lebten im Russländischen Reich in substantieller Zahl erst seit der Annexion polnisch-litauischer Territorien im späten 18. Jahrhundert, so dass die kaiserliche Regierung dringend auf Wissen über sie angewiesen war, um sie administrativ, rechtlich, ökonomisch und kulturell ins Imperium zu integrieren. Mojshe Berlin konnte dieses Wissen liefern. Er war einer von wenigen jüdischen Beamten im Innenministerium und folglich loyal gegenüber der Monarchie. Gleichzeitig gehörte er weiterhin der jüdischen Gemeinschaft an und wollte ihr nicht schaden. Seine "Ethnographische Skizze" spiegelt diesen Konflikt wider.

In der Übung werden wir Berlins Text auf Grundlage einer überarbeiteten KI-basierten Übersetzung zunächst Kapitel für Kapitel lesen und mit Hilfe von Forschungsliteratur kontextualisieren. So können Sie Grundkenntnisse über die jüdische Geschichte des imperialen Russlands aufbauen. Auf dieser Grundlage werden wir Berlins Textstrategien genauer analysieren.

Literatur:
M[ojshe] Berlin: Ethnographische Skizze der jüdischen Bevölkerung im Russländischen Reich. St. Petersburg 1861 (russ.: M. Berlin: Očerk ėtnografii evrejskago narodonaselenija v Rossii. Sankpeterburg 1861).
Knight, Nathaniel: Science, Empire, and Nationality. Ethnography in the Russian Geographical Society, 1845–1855. In: Jane Burbank / David L. Ransel (Hg.): Imperial Russia. New Histories for the Empire. Bloomington 1998, S. 108–141.
YIVO Encyclopedia of Jews in Eastern Europe, hrsg. von Antony Polonsky. New Haven 2008. Online:
https://yivoencyclopedia.org/

Studienleistung: Lektüre und Exzerpieren von Texten im Vorfeld der Sitzungen, engagierte mündliche Beteiligung und Vorstellung von Rechercheergebnissen im Plenum.

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "WS 2026/2027 alle andere Lehrveranstaltungen".
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Es wird eine festgelegte Anzahl von Plätzen in den Veranstaltungen verteilt.
    Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.
  • Die Anmeldung ist möglich von 28.09.2026, 08:00 bis 18.10.2026, 23:59.