Seminar: Die Lesbarkeit der Kultur (do 10-12) - Details

Seminar: Die Lesbarkeit der Kultur (do 10-12) - Details

Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: Die Lesbarkeit der Kultur (do 10-12)
Untertitel Kulturtheorie -- Kulturwissenschaft -- Cultural Studies
Semester WiSe 2026/27
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 18
maximale Teilnehmendenzahl 24
Heimateinrichtung Germanistisches Institut
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Donnerstag, 29.10.26, 10:15 - 11:45 Uhr Seminarraum 23 A (Raum 2.02) [LuWu 2]
Teilnehmende Modul LA Sek./LA Sek.Fö.: Literaturgeschichte. (17. Jh. bis zur Gegenwart) (5 LP)
Modul B.A./LA Gymn.: Literaturgeschichte. (17. Jh. bis zur Gegenwart) (10 LP)
Modul Master I (LA Gym., 1.und 2. Fach; LA Sek., 1. Fach; LA Fö/Sek.,1. Fach)
Modul Master II (LA Gymn. 1. Fach)
Modul Master: Rezeption, Produktion, Translation und Transfer
Modul Master: Literatur im Austausch und Widerspruch
Modul: Kulturelle Diskurse
Voraussetzungen Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft zur Lektüre längerer Texte, die Übernahme eines Impulsreferats und einer Sitzungsmoderation sowie regelmäßige und aktive Beteiligung an der Seminardiskussion; zudem sollten Sie in der Lage sein, Sekundärliteratur auf Englisch zu lesen.
Lehrsprache(n) Deutsch
Studiengänge (für) B.A. DSL 60/90
LA Gymn./LA Sek- u. Förderschule
Masterstudiengänge
SWS 2

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Seit geraumer Zeit verstehen sich viele Geisteswissenschaften als Kulturwissenschaften. Nach dem ,cultural turn‘ hat sich auch das Selbstverständnis der Literaturwissenschaft gewandelt. Literatur betrachtet sie als Austragungsort kultureller Konflikte, Kultur als etwas, das seinerseits, ungeachtet ihrer scheinbar selbstverständlichen Gegebenheit, gelesen und interpretiert werden muss, als Text.
Aber was ist Kultur eigentlich? Wie bei nicht wenigen sogenannten Kollektivsingularen („Geschichte“ oder „Gesellschaft“ z.B.) verstehen wir den Begriff zwar auf Anhieb, bei näherem Hinsehen erweist es sich aber als durchaus schwer, zu sagen, was wir damit meinen. So bewegt sich „Kultur“ zwischen etwas Allgemeinem und etwas Besonderem – sie bezieht sich auf ein Ganzes, ist übergreifend, oder bereichsspezifisch (Jugendkultur beispielsweise) –, zwischen Pluralität und Singularität -- es gibt viele Kulturen, aber jede ist einzigartig -- , zwischen Praktiken und Verhaltensweisen einerseits – Manieren, Rituale, Gesten -- und symbolischen Formen andererseits, ob materieller oder immaterieller Art, von den diversen kulturellen Artefakten, den Gegenständen und Räumen, die unsere Lebenswelt ausmachen, bis hin zu den Einstellungen, Vorannahmen und Voreingenommenheiten, die unser Welt- und Selbstbild formen. Als normativ geladener Begriff kann sie der Auf- wie der Abwertung dienen, etwa in der Unterscheidung von Hochkultur und Populärkultur, sowie als Medium von Inklusion und Ausgrenzung. Der Kurs befasst sich mit dieser Vielseitigkeit und Widersprüchlichkeit des Kulturbegriffs und fragt nach den mit ihm verbundenen Ansprüchen und ihrer Kritik, also mit dem kritischen Potenzial des Kulturbegriffs wie der Kritik an ihm. Schließlich ist Kultur nicht zuletzt ein Streitbegriff: Kulturpessimismus, Kulturkritik, Kulturkampf.
Auf dem Programm stehen historische Kulturtheorien, die die deutschprachigen Kulturwissenschaften maßgeblich geprägt haben (Herder, Jacob Burckhardt, Georg Simmel und Aby Warburg); Texte der britischen Cultural Studies (z.B. Raymond Williams, Stuart Hall); sowie Arbeiten, die die Idee der Lesbarkeit der Kultur stark gemacht bzw. erprobt haben (Clifford Geertz, Stephen Greenblatt, Mieke Bal). Zu guter Letzt werden wir uns einigen exemplarischen Forschungsfeldern der literaturwissenschaftlichen Kulturwissenschaften zuwenden.

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "Beschränkte Teilnehmendenanzahl: Was ist Kultur? Anspruch und Kritik (do 10-12)".
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Es wird eine festgelegte Anzahl von Plätzen in den Veranstaltungen verteilt.
    Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.
  • Die Anmeldung ist möglich von 05.09.2026, 10:00 bis 30.11.2026, 23:59.