Seminar: BA: Wiedervereinigung und ostdeutsche Identität(en) im historischen Kontext - Details

Seminar: BA: Wiedervereinigung und ostdeutsche Identität(en) im historischen Kontext - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: BA: Wiedervereinigung und ostdeutsche Identität(en) im historischen Kontext
Veranstaltungsnummer BA_GTE_ V
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 55
Heimat-Einrichtung Ethnologie/Kulturvergleichende Soziologie
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Montag, 15.06.2026 10:15 - 11:45, Ort: (Seminar für Ethnologie/Seminarraum)
Lehrsprache(n) Deutsch
SWS 2

Räume und Zeiten

(Seminar für Ethnologie/Seminarraum)
Montag: 10:15 - 11:45, wöchentlich (13x)

Kommentar/Beschreibung

Das Seminar widmet sich der Frage, wie Menschen in Ostdeutschland die politischen, sozialen und kulturellen Umbrüche der Jahre 1989/90 erlebt und verarbeitet haben – und wie diese Erfahrungen bis heute gesellschaftliche Debatten prägen. Im Zentrum steht die gemeinsame Lektüre von Daphne Berdahls Ethnographie *Where the World Ended* (1999), einer Studie zur Alltagswelt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze in den Jahren unmittelbar nach der Wiedervereinigung. Anhand dieses dichten Fallbeispiels untersuchen wir, wie Identitäten unter Bedingungen schnellen sozialen Wandels entstehen, verhandelt und politisch gerahmt werden.
Im ersten Teil des Seminars erarbeiten wir Berdahls ethnographische Methoden, zentrale Konzepte sowie ihre theoretischen Beiträge zur Erforschung von sozialer Organisation, Geschlecht, Religion und Identitätstransformation.
Im zweiten Teil wird die historische Ethnographie mit aktuellen Debatten um ostdeutsche Identität verschränkt. Die Thesen von Dirk Oschmann (Der Osten: eine westdeutsche Erfindung, 2023) und Ilko-Sascha Kowalczuk (Freiheitsschock, 2024) dienen als zeitdiagnostische Folien, an denen wir prüfen, inwiefern heutige Diskurse an die in Berdahls Studie beschriebenen Erfahrungen anschließen – oder diese überformen. Ziel ist es, die theoretische Tragfähigkeit historischer Ethnographien für die Analyse gegenwärtiger gesellschaftlicher Konfliktlinien auszuloten.
Im Sinne einer Public Anthropology werden wir versuchen, die gewonnenen Erkenntnisse auch in die Öffentlichkeit zu tragen, z.b. durch Ergänzungen zu Werk und Bedeutung von Daphne Berdahl auf Wikipedia oder durch Austausch mit Zeitzeug*innen.
Das Seminar stellt daher keine Einführung in die Traditionen ethnologischer Forschung dar sondern bietet die Möglichkeit die ideengeschichtliche Verortung einer Ethnographie an einem Beispiel exemplarisch zu erlernen.

Diese Lehrveranstaltung ist im Studienbegleitprogramm von gender*bildet (Zertifikat Gender Studies) anrechenbar. Nähere Informationen finden Sie unter diesem Link: https://www.rektorin.uni-halle.de/stabsstellen/vielfalt-chancengleichheit/gender_bildet/angebote_studierende/zertifikat/.

Literaturempfehlung: Mau, Steffen. 2024. Ungleich vereint. Warum der Osten anders bleibt. Frankfurt: Suhrkamp.
Modulleistung: Klausur

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "Anmeldung gesperrt (global)".
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  • Die Anmeldung ist gesperrt.