Seminar: [BA-MH] Mittelalterliche Diplomatik - Details

Seminar: [BA-MH] Mittelalterliche Diplomatik - Details

Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: [BA-MH] Mittelalterliche Diplomatik
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 2
maximale Teilnehmendenzahl 22
Heimateinrichtung Leitung des Instituts für Geschichte
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Erster Termin Donnerstag, 09.04.26, 14:00 - 16:00 Uhr Seminarraum 8 (R.2.35) [EA 26-27]
Lehrsprache(n) Deutsch

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Das germanische Rechtsleben kam beinahe ohne Schriftlichkeit aus. Streit- und Rechtsfälle wurden in Anwesenheit von Zeugen abgehandelt, die in Zweifelsfällen wieder hinzugezogen werden konnten. Die wichtige Rolle der Zeugen ist auch im mittelalterlichen Urkundenwesen noch nachzuvollziehen. So bestand die früheste Funktion der Urkunden darin, die Namen der bei einem Rechtsakt Anwesenden festzuhalten. Sie sollten den Abschluss des Rechtsvorganges bei späteren Unstimmigkeiten "bezeugen". Da solche Zeugenlisten leicht zu fälschen waren, bedurfte es verschiedener Formen der Beglaubigung, und dazu gehörte ein bestimmtes, römischen Rechtstraditionen entstammendes Formular, das zwar nicht mehr in allen Feinheiten verstanden, gleichwohl aber als Authentizität versprechendes Merkmal einer Urkunde weiterverwendet wurde. Für einen individuellen Stil war wenig Raum, dennoch lassen sich zeittypische oder auch lokale Unterschiede und Gepflogenheiten im Schreibstil erkennen, die heute bei der Beurteilung der Echtheit helfen können. Urkunden wurden für das Verlesen geschaffen, und so wirkte zumindest bei denjenigen der weltlichen und geistlichen Herrscher auch die Schrift selbst repräsentativ. Eine eigenhändige Unterschrift des Ausstellers war zur Beglaubigung nicht notwendig, mitunter tätigte der König immerhin einen "Vollziehungsstrich", der sein Monogramm vollendete.
Anhand ausgewählter Beispiele wird die Entwicklung des mittelalterlichen Urkundenwesens nachvollzogen, zugleich die Geschichte der Disziplin Diplomatik verfolgt. Gearbeitet wird sowohl an deutschen Übersetzungen als auch am lateinischen Original.
Literaturempfehlung:
Fichtenau, Heinrich, Urkundenforschung (Beitr. zur Mediävistik, Bd. 2), Stuttgart 1977.
Huschner, Wolfgang, Transalpine Kommunikation im Mittelalter. Diplomatische, kulturelle und politische Wechselwirkungen zwischen Italien und dem nordalpinen Reich (9.-11. Jahrhundert), Hannover 2003.
Kölzer, Theo, Diplomatik und Urkundenpublikationen, in: Diederich, Toni / Oepen, Joachim (Hrsgg.), Historische Hilfswissenschaften. Stand und Perspektiven der Forschung. Köln 2005, S. 7-34.
Krüger, Klaus / Lücke, Monika, Der paläographisch-diplomatische Apparat am Institut für Geschichte. online: https://hisgoespub.hypotheses.org/5526.
Modulleistung:
B.A., LAG: kumulative Hausarbeit
LAS: mündliche Prüfung
Studienleistung: Regelmäßige und aktive Teilnahmen an den Sitzungen, Übernahme eines Referats.

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "Weitere LV SoSe 2026 (bitte diese Anmeldeset auswählen, Yuo)".
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Die Anmeldung ist möglich von 09.03.2026, 10:00 bis 12.04.2026, 23:59.
  • Es wird eine festgelegte Anzahl von Plätzen in den Veranstaltungen verteilt.
    Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.