Seminar: Jazz in Paris – historisch (1900 - 1960) (MA-Modul: Musikwissenschaft integrativ: Klangkulturen) - Details

Seminar: Jazz in Paris – historisch (1900 - 1960) (MA-Modul: Musikwissenschaft integrativ: Klangkulturen) - Details

Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: Jazz in Paris – historisch (1900 - 1960) (MA-Modul: Musikwissenschaft integrativ: Klangkulturen)
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 19
Heimateinrichtung Historische Musikwissenschaft
Beteiligte Einrichtungen Musikethnologie
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Erster Termin Montag, 13.04.26, 14:15 - 15:45 Uhr 471
Art/Form Seminar
Voraussetzungen Musikwissenschaft: BA-Abschluss
LAG und LAS: mindestens 6. Fachsemester
künstlerische Studiengänge: BA-Abschluss
Leistungsnachweis Studienleistung:
- regelmäßige Teilnahme am Seminar
- Referat
Modulleistung
- schriftliche Hausarbeit zum Referat
Lehrsprache(n) Deutsch
Studiengänge (für) MA 120 Musikwissenschaft,
Modularisiert LAG, LAS,
Kombi-Studiengang LAG/Kirchenmusik ,
MA Gitarre, MA Klavier, MA Gesang
SWS 2

Räume und Zeiten

471

  • Montag, 14:15 - 15:45, Wöchentlich (ab dem 13.04.26)

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Das integrative Modul betrachtet das Phänomen der Jazz-Musik in Frankreich, und vor allem in Paris, aus einer einerseits musikhistorischen, andererseits musikethnologischen Perspektive und sucht nach Schnittpunkten und Synergien zwischen beiden Betrachtungsweisen.
Zentral für die Behandlung des Themas ist die Tatsache, dass Jazz eine genuin afro-amerikanische Musikform ist, die im frühen 20. Jahrhundert nach Frankreich transferiert, dort adaptiert wurde und sich rasch verbreitete – in verschiedenen historischen Konstellationen, durch verschiedene Akteurinnen und Akteure, in verschiedenen soziokulturellen Milieus und durch verschiedene Medien sowie in verschiedenen Erscheinungs- und Realisierungsformen. Ressentiments und deren Überwindung, Kritik und Apologetik, Enthusiasmus und Skepsis, identitätspolitische Herausforderungen und musikpolitische Entscheidungen spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die bis heute anhaltende Faszination für eine zunächst fremde, dann aber hochgradig inspirierende Musikform, in der der Improvisation eine in westlicher Musik bislang ungekannte Bedeutung zukam (und bis heute zukommt).
Wenn wir im historischen Teil wichtige Stationen der Geschichte des Jazz in Frankreich abschreiten, dann werden auch immer wieder einzelne Persönlichkeiten in den Vordergrund treten: Josephine Baker etwa, die als Tänzerin und Sängerin den „tumulte noir“ der 1920er-Jahre entscheidend prägte, oder Boris Vian, der als „Jazz-Aktivist“ als Impulsgeber für die Rezeption des modernen Jazz in Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg wichtig wurde. Für die Auseinandersetzung mit dem Jazz in der europäischen Kunstmusik steht wie kein zweiter Komponist Darius Milhaud. Um „Django Reinhardt und die Folgen“ wird sich Klaus Näumann in seinem Seminar kümmern. Eine Art „Vorspiel“ bildete die Cakewalk-Euphorie im frühen 20. Jahrhundert.
Gastspiele amerikanischer Musikerinnen und Musiker in Paris und Reisen französischer Musikerinnen und Musiker nach Amerika waren dabei ebenso wichtig die Lektüre von Notenausgaben, das Hören von Schallplatten, das Nachspielen von Jazzstücken und dann auch das Entstehen einer eigenen Jazz-Szene in Paris mit französischen Interpretinnen und Interpreten, die nach wie vor sehr vital ist.
Das Modul ist verbunden mit einer Exkursion nach Paris, für die der Zeitraum 27. bis 31. Mai festgelegt ist und an der bis zu zehn Studierende des Master-Studiengangs Musikwissenschaft teilnehmen können. Eine frühe Anmeldung zu dem Modul und zur Exkursion ist also sehr erwünscht! Kenntnisse der französischen Sprache sind hilfreich, aber keine Voraussetzung für die Teilnahme an Modul und Exkursion.