Übung: Vom musikalisch Schlechten? Methodische Perspektiven auf die Musik der Unbefugten. (BA-Modul: Grundlagen der Musik- und Medienforschung) - Details

Übung: Vom musikalisch Schlechten? Methodische Perspektiven auf die Musik der Unbefugten. (BA-Modul: Grundlagen der Musik- und Medienforschung) - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Übung: Vom musikalisch Schlechten? Methodische Perspektiven auf die Musik der Unbefugten. (BA-Modul: Grundlagen der Musik- und Medienforschung)
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 28
erwartete Teilnehmendenanzahl 25
Heimat-Einrichtung Musik und Medien
Veranstaltungstyp Übung in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Donnerstag, 11.06.2026 14:15 - 15:45, Ort: (471)
Teilnehmende Ziele:
- Erwerb von Kenntnissen in Bereichen: Geschichte der Syst. Musikwissenschaft, ihre theoretische Voraussetzungen und einige grundlegende Methoden
Voraussetzungen keine
Leistungsnachweis Klausur
Lehrsprache(n) Deutsch
Studiengänge (für) BA Musikwissenschaft 120/60 LP,
Modularisiert LAG, LAS,
BA 180 Gesang,
u.a.
SWS 2
ECTS-Punkte 10 (Modul)

Räume und Zeiten

(471)
Donnerstag: 14:15 - 15:45, wöchentlich (13x)

Studienbereiche

Kommentar/Beschreibung

In diesem Seminar werden wir uns anhand ausgewählter Beispiele einen historischen Überblick über Entwicklungen und Diskurse um das Künstliche, Kitschige oder Unauthentische verschaffen. Mittels unterschiedlicher Methoden – Medienarchäologie, Diskursanalyse, Listening Session, teilnehmende Beobachtung – und eigener musikpraktischer Auseinandersetzung mit ästhetischen Strategien werden wir die wechselseitige Beeinflussung von musikalischen Praktiken und Medientechnik kritisch diskutieren sowie die Rolle technischer Standardisierungen in der Beschränkung, aber auch in der Hervorbringung ästhetischer Strategien untersuchen.
In gegenwärtigen Diskursen zu generativer KI werden stetig Vorwürfe laut, welche die algorithmisch produzierte Musik von Suno und Co. als Slop bezeichnen, als form- und seelenlose Massenware, der die Originalität und Menschlichkeit künstlerischer Arbeit fehle. Nicht erst seit der Möglichkeit ihrer stochastischen Reproduktion durch KI, sondern seit Beginn der Popmusikgeschichte ranken sich solche Debatten um die Musik, deren Ursprung in der Möglichkeit der technischen Reproduktion von Klängen, sprich in der massenhaften Vermarktung von Tonträgern liegt.
Um uns dem Phänomen zu nähern, nutzen wir im Seminar ein Bonmot des österreichischen Aktionskünstlers Günter Brus. Er definiert Pop bereits in den 70er Jahren als „Musik der Unbefugten“. Unter dieser Überschrift fragen wir uns, was Menschen denn zum Musikmachen befugt. Wieso werden in bestimmten Sphären musiktheoretisches Wissen oder Virtuosität als Voraussetzung für diese Befugnis angesehen, und welche Qualitäten qualifizieren Musiker:innen als unbefugt?
Im Pop ist es häufig gerade der Umgang mit dem vermeintlich Schlechten und Falschen, aus welchem sich neue ästhetische Strategien und Phänomene entwickeln: Sei es die Verwendung starrer Drum-Machine-Rhythmen anstelle groovender Schlagzeug-Virtuos:innen, banale Harmonik oder auch die funktionsharmonisch falsche Verschiebung von Akkorden im Sampling oder die Ästhetisierung technischer Artefakte bei Auto-Tune.
Vor diesem Hintergrund lässt sich das Verhältnis von Kulturindustrie, Technologie und musikalischer Praxis als historisch gewachsenes Spannungsfeld verstehen, in dem technische Innovationen immer wieder als Bedrohung von Authentizität, Menschlichkeit und Kunst verhandelt werden.
Ziel und Modulleistung des Seminars ist eine Projektarbeit, bestehend aus einem dokumentierten musikpraktischen Experiment und einer kritischen Reflexion des Ergebnisses.