Seminar: [MA-MII] Phantasiereiche, Rassismus und Genozid: Interpretationen des deutschen Kolonialismus - Details

Seminar: [MA-MII] Phantasiereiche, Rassismus und Genozid: Interpretationen des deutschen Kolonialismus - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: [MA-MII] Phantasiereiche, Rassismus und Genozid: Interpretationen des deutschen Kolonialismus
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 20
erwartete Teilnehmendenanzahl 20
Heimat-Einrichtung Leitung des Instituts für Geschichte
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Montag, 20.04.2026 14:00 - 16:00, Ort: Seminarraum 12 (R.2.40) [EA 26-27]
Lehrsprache(n) Deutsch

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

In öffentlichen Debatten über die deutsche Gedenkkultur wurde in den letzten Jahren immer wieder erörtert, wie sich unsere Gesellschaft an den Kolonialismus „erinnern“ sollte. Sollten wir Straßen umbenennen, Kulturgüter aus deutschen an afrikanische Museen übergeben oder Entschädigungen zahlen? Im Vordergrund standen moralische Appelle und Fragen heutiger Politik. Viele Akteure wussten (und wissen) ganz genau, wie wir „erinnern“ sollten, wussten (und wissen) aber zugleich fast nichts über jene Geschichte, an die „erinnern“ wollen.
Da dies unbefriedigend ist, beschäftigen wir uns in diesem Seminar mit den Forschungsständen und -debatten zur deutschen Kolonialgeschichte. Warum eroberte das Kaiserreich Kolonien? Wer warb in Deutschland aus welchen Gründen für diese Politik, wer opponierte warum dagegen? Welche Folgen hatte die Kolonialherrschaft für die Menschen in den Kolonien? Welche Rolle spielten Gewalt, wirtschaftliche Ausbeutung, die Etablierung kolonialer Staatlichkeit, Missionierung, Rassismus etc.? Wie präsent war die Beherrschung exotischer Länder im Alltag der deutschen Gesellschaft um 1900? Und hatte sie nach dem Verlust der Kolonien im Ersten Weltkrieg Folgen für die weitere deutsche Geschichte?
Wir recherchieren, lesen und diskutieren in der Regel Texte aus der Forschungsliteratur, werden aber auch immer wieder Blicke in jene Quellen (Reichstagsprotokolle, Texte kolonialer Enthusiasten und Praktiker sowie Proteste indigener Akteure) werfen, auf denen die Forschungsliteratur beruht. Neben unserem inhaltlichen Thema beschäftigt uns, wie Historikerinnen und Historiker ihre Gegenstände wählen, sie untersuchen, Thesen entwickeln, argumentieren und miteinander (mitunter auch) streiten.

Studienleistung: Ich erwarte von Ihnen die Vorbereitung der Sitzungen durch Lektüre der jeweils bereitgestellten Literatur und Quellen.

Modulleistung: Sie verfassen im Lauf des Semesters ein kumulative, d.h. aus sechs Essays zu je 5.000 bis 7.500 Zeichen bestehende Hausarbeit.

Wenn Sie sich auf das Seminar sinnvoll vorbereiten wollen, empfehle ich Ihnen die Lektüre von: Sebastian Conrad, Deutsche Kolonialgeschichte, 5. Auflage München 2023 [als Online-Ressource in unserer Bibliothek abrufbar]