Seminar: Ballade: Ein Genre zwischen Lyrik, Epik und Dramatik (Mo 16-18) - Details

Seminar: Ballade: Ein Genre zwischen Lyrik, Epik und Dramatik (Mo 16-18) - Details

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General information

Course name Seminar: Ballade: Ein Genre zwischen Lyrik, Epik und Dramatik (Mo 16-18)
Semester SoSe 2026
Current number of participants 13
maximum number of participants 25
Home institute Germanistisches Institut
Courses type Seminar in category Offizielle Lehrveranstaltungen
Next date Monday, 01.06.2026 16:00 - 18:00, Room: Seminarraum 22 (Raum 1.01) [LuWu 2]
Participants BA/LA: Literatur- und Gattungstheorie (5 LP)
BA/LA: Literatur- und Gattungstheorie (10 LP)
Lehrsprache(n) Deutsch
Studiengänge (für) BA/LA
SWS 2

Module assignments

Comment/Description

Johann Wolfgang Goethe bezeichnete die Ballade als „Ur-Ei“, eine Mischform der Gattungstrias, die Epik, Lyrik und Drama miteinander verbindet. Denn die Ballade erzählt in Versform von einer konflikthaften Begebenheit in dramatischer Zuspitzung, die linear auf eine Katastrophe oder auch eine komische Auflösung zuläuft. Dabei kann das Genre nahezu alle historischen und hochaktuellen Stoffe und Themen in sich aufnehmen, neben Sex and Crime auch moderne medienkritische, soziologische oder ökologische Diskurse. Die neuere Forschung diskutiert die Ballade als „Gattung der Hybridität“ (A. Bartl), in der die Reichweite, das Ineinandergreifen oder die Verschmelzung von narrativen, lyrischen und dramatischen Verfahren zu differenzieren sind. Zudem weist sie eine starke Adressatenorientierung auf, indem sie in ihrer affektiven Verdichtung in das Geschehen hinein zu ziehen sucht, zugleich aber auch eine belehrende Funktion hat. Genre Anleihen bezieht sie aus der Novelle, der Anekdote, dem Exempel, der Fabel, der Sage, dem Schwank, der Legende, dem Märchen, der gothic novel oder der Kriminalgeschichte. Nicht zuletzt aus diesem Grunde steht die Ballade prominent in allen schulischen Lehrplänen, weil sich an ihr ein generelles Verständnis literarischer Gattungen vermitteln lässt.
Das Seminar erprobt gattungstheoretische Beschreibungs- und Analysekategorien anhand einer Auswahl von Balladen von ihrer Gründungszeit als Kunstform im Sturm und Drang bis zu aktuellen Hip Hop Lyrics. Gelesen und diskutiert werden sowohl kanonische als auch weitgehend unbekannte Balladen von Gottfried August Bürger, Johann Wolfgang Goethe, Friedrich Schiller, Amalie von Imhoff, Clemens Brentano, Annette von Droste-Hülshoff, Heinrich Heine, Conrad Ferdinand Meyer, Maria Janitschek, Agnes Miegel, Bertolt Brecht, Marie Luise Kaschnitz, Robert Gernhardt, Deichkind und anderen.
Arbeitsgrundlage bildet die Reclam-Anthologie, die durch einen digitalen Reader ergänzt wird: Hartmut Laufhütte (Hg.): Deutsche Balladen. Stuttgart 2019. Grundlegende Forschung: Andrea Bartl, Corinna Erk, Annika Hanauska, Martin Kraus (Hg): Die Ballade. Neue Perspektiven auf eine traditionsreiche Gattung. Würzburg 2017; Gunter E. Grimm: Deutsche Balladen. Gedichte und Interpretationen. Stuttgart 2008.
Die Studienleistung besteht in der prägnanten Einzelanalyse einer bislang nicht erforschten Ballade im ILIAS-Forum. Die Modulleistung kann in einer abschließenden Klausur erbracht werden.

Admission settings

The course is part of admission "SoSe 2026 NDL Anmeldeset".
The following rules apply for the admission:
  • A defined number of seats will be assigned to these courses.
    The seats will be assigned in order of enrolment.
  • The enrolment is possible from 10.03.2026, 10:00 to 31.05.2026, 23:59.