Seminar: Kultur, Wirtschaft und Innovation II (KUWI-II): Märkte, Organisationen, Gefühle - Details

Seminar: Kultur, Wirtschaft und Innovation II (KUWI-II): Märkte, Organisationen, Gefühle - Details

Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: Kultur, Wirtschaft und Innovation II (KUWI-II): Märkte, Organisationen, Gefühle
Untertitel Ökonomischer Nationalismus? Die kulturelle Identität der deutschen Wirtschaft (Theorie - Praxis)
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 18
erwartete Teilnehmendenzahl 10
Heimateinrichtung Institut für Soziologie
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Erster Termin Montag, 13.04.26, 12:00 - 14:00 Uhr Seminarraum 23 (Raum 2.01) [LuWu 2]
Art/Form Präsenzseminar
Lehrsprache(n) Deutsch

Räume und Zeiten

Seminarraum 23 A (Raum 2.02) [LuWu 2], Seminarraum 23 (Raum 2.01) [LuWu 2]

  • Montag, 12:00 - 14:00, Wöchentlich (ab dem 13.04.26)

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Im Fokus des Seminars wird das Verhältnis von Nation, Ökonomie und kultureller Identität stehen. Theoretisch knüpfen wir an jüngere Debatten am Nexus von Wirtschafts- und Kultursoziologie an. Während Fragen nach dem Verhältnis von Wirtschaft und Nation lange randständig blieben, gewinnen sie vor dem Hintergrund weltwirtschaftlicher Umbrüche der letzten Jahrzehnte an neuer Brisanz. Im Spannungsfeld von Protektionismus und Globalisierung wird dabei immer wieder die Frage nach der Bedeutung der nationalen Ökonomie und ihrer Identität diskutiert.
Im Seminar wollen wir uns konzeptionell mit der Idee der volkswirtschaftlichen Identität befassen. Dabei gilt es nicht nur zu fragen: Welche kulturellen Vorstellungen prägen die Idee einer ökonomischen Nation? Wie ist das für eine Marktwirtschaft konstitutive Institutionengefüge je kulturell verankert (Spielarten des Kapitalismus)? Und mehr noch: Wie wird die kulturelle Identität einer Volkswirtschaft produziert? Welche ökonomischen Ideale herrschen vor und welche Bedeutung trägt dies für das kulturelle Leben? Dieser Zugriff erweist sich besonders produktiv, da er den Blick nicht nur für die kulturelle Einbettung einer Marktwirtschaft schärft, sondern vor allem für die ökonomische Legitimation der herrschenden Kultur und von Fragen der Zugehörigkeit zu einem Wirtschaftsraum.
Ausgehend von einer sensibilisierenden theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema „ökonomischer Nationalismus“, werden wir uns in diesem Praxis-Seminar auch empirisch diesen Fragen zuwenden. Augenmerk liegt auf der volkswirtschaftlichen Identität der Bundesrepublik Deutschland und damit auf den Diskursen um die kulturelle Identität der deutschen Wirtschaft seit deren ordoliberalen Fundierung. Analysiert wird: Welche Vorstellung von Ökonomie werden formiert und kulturell valorisiert? Welche normativen Erwartungen werden hier gebündelt werden? Welche Krisen und Legitimationsprobleme der ökonomischen Modernisierung werden so bearbeitet und mit welchen gesellschaftspolitischen Versprechen – etwa Sicherheit, Gemeinwohl und Freiheit – wird operiert? Ziel ist es, Transformationen im kulturellen Selbstverständnis der deutschen Volkswirtschaft und Rekonfigurationen im Angesicht veränderter (nationaler und internationaler) Problemhorizonte der kapitalistischen Unternehmung sichtbar zu machen.


Studienleistung
Im Verlauf des Seminars werden die Studierenden ausgehend von der theoretischen Lektüre eigenständig:
1. eine Forschungsfrage entwickeln und in ihrer gesellschaftlichen und sozialtheoretisch Relevanz begründen (inkl. Theoretisch Sensibilisierung)
2. hiervon ableitend passende Forschungsdimensionen destillieren und eine Analyseheuristik für die empirische Forschung erstellen (Theorie – Empirie)
3. einen passenden Datenkorpus erheben (Empirie)
4. und diesen diskursanalytisch auswerten und aufbauend diagnostische und theoretische Thesen erarbeiten (empirische Theoretisierung)
All diese Schritte einer Forschungsarbeit werden im und durch das Seminar begleitet. Jeder Arbeitsschritte ist im Semesterverlauf einzureichen und auf studip hochzuladen. Bitte richten Sie sich nach den Folgeabgabeterminen:

Abgabe 1 – Forschungsfrage: 18.5.2026
Abgabe 2 – Analyseheuristik: 01.06.2026
Abgabe 3 – Datenkorpus: 08.06.2026
Abgabe 4 - Auswertung und Theoretisierung: 01.08.2026
In der letzten Seminarsitzung am 13.07.2026 wir es eine Kurzpräsentation der Ergebnisse geben.