Seminar: Der/die Andere: Differenzwahrnehmung und Selbstkonstitution - Details

Seminar: Der/die Andere: Differenzwahrnehmung und Selbstkonstitution - Details

Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: Der/die Andere: Differenzwahrnehmung und Selbstkonstitution
Veranstaltungsnummer MA Systematische Philosophie 1 (Praktische Philosophie)(PHI.07808.02)
Semester WiSe 2026/27
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 11
Heimateinrichtung Seminar für Philosophie
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Montag, 26.10.26, 10:00 - 12:00 Uhr Christian Wolff Zimmer (IZEA)
Lehrsprache(n) Deutsch

Räume und Zeiten

Christian Wolff Zimmer (IZEA)

  • Montag, 10:00 - 12:00, Wöchentlich (ab dem 12.10.26), Christian-Wolff-Zimmer (IZEA)

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

MA Systematische Philosophie 1 (Praktische Philosophie)(PHI.07808.02)

In seinem erstmals 1965 erschienen Buch „Der Andere. Studien zur Sozialontologie der Gegenwart“ hält Michael Theunissen gleich eingangs fest, dass es „wenige Realitäten“ gäbe, „die das philosophische Denken unseres Jahrhunderts so stark in ihren Bann gezogen haben wie ‚der Andere‘“. Die Frage nach dem Anderen sei – so Theunissen weiter – „unabtrennbar von den anfänglichsten Fragen des modernen Denkens“ und insofern tief in die „Grundlagen philosophischen Denkens“ eingedrungen.
Zweifellos spielte der Andere bereits in den philosophischen Theorien früherer Zeiten eine Rolle, zu einer philosophischen Kategorie mit weitreichenden theoretischen Folgen wird er aber, und zwar vor allem unter den Vorzeichen der Existenzphilosophie und der Phänomenologie, erst im 20. Jahrhundert. Mit der Existenzphilosophie und der Phänomenologie wurde eine Perspektive und eine Methode eröffnet, die den „Anderen“ als ein „Du“, als „Mitdasein“ als „Fremden“ oder gar als „Ich“, Letzteres nämlich, wenn „Ich“ – wie es bei Lévinas heißt – „ein anderer“ ist, in den Blick nimmt, und zwar mit weitreichenden theoretischen Folgen. Denn sie betreffen ontologische, ethische und sozialphilosophische Fragestellungen.
Das Seminar soll anhand von klassischen Texten die Diskussion um den Anderen bis in die jüngste Zeit verfolgen, sie setzt mit den wichtigen, die Konstitution des Selbstbewusstseins betreffenden Überlegungen von Hegel ein und reichen über Bubers Dialogizität, über Sartres Beschreibung des „Blicks“ und Heideggers Vorstellung vom „Mitdasein“ zu phänomenologischen Konzepten von Husserl, Lévinas und den „Grundmotiven einer Phänomenologie des Fremden“ von Bernhard Waldenfels.
Dabei stehen die folgenden Fragen im Vordergrund:
1. Wie und als was wird der Andere, der im empirischen Fall auch die Andere sein kann, wahrgenommen oder erfahren?
2. Welche Effekte hat die Wahrnehmung oder die Erfahrung des oder der Anderen auf die Selbst- und Weltwahrnehmung des Einzelnen oder der Vielen?
3. Welche sozialphilosophischen und ethischen Folgen hat die Wahrnehmung oder die Erfahrung des Anderen in den einzelnen Konzepten?
Weil mit den vorgeschlagenen Texten nur ein Teil der Diskussion und der damit verbundenen Fragestellungen abgebildet werden kann, können je nach Interessen der SeminarteilnehmerInnen auch zusätzliche oder alternative Texte berücksichtigt werden.

Einführende Literatur:
 Bedorf, Thomas: Andere. Eine Einführung in die Sozialphilosophie. Bielefeld 2011.
 Theunissen, Michael: Der Andere. Studien zur Sozialontologie der Gegenwart. 2. Aufl. Berlin, New York 1977.
 Zu Lévinas: Intention, Ereignis und der Andere. Gespräch zwischen Emmanuel Lévinas und Christoph von Wolzogen am 20. Dezember 1985 in Paris. In: Emmanuel Lévinas: Humanismus des anderen Menschen. Übersetzt und mit einer Einleitung versehen von Ludwig Wenzler. Hamburg 1989. S. 131-150.