Seminar: Die weiße Frau. Gespenster zwischen Aufklärung und Romantik (Di 12-14) - Details

Seminar: Die weiße Frau. Gespenster zwischen Aufklärung und Romantik (Di 12-14) - Details

Sie sind nicht in Stud.IP angemeldet.

Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: Die weiße Frau. Gespenster zwischen Aufklärung und Romantik (Di 12-14)
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 17
maximale Teilnehmendenanzahl 16
Wartelisteneinträge 1
Heimat-Einrichtung Germanistisches Institut
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Dienstag, 07.04.2026 12:00 - 14:00, Ort: Seminarraum 19 (Raum1.40) [LuWu 2]
Teilnehmende BA/LA: Themen, Stoffe, Motive
MA KdA: Literatur und Ästhetik II
IKEAS Aufbaumodul Kulturwissenschaft Deutschland 1 – Kulturgeschichte
MA: MA. Modul I
MA: MA. Modul II
BA/LA: Themen, SToffe und Motive
MA: Themen, Stoffe und Motive
MA: Kulturelle Diskurse
Lehrsprache(n) Deutsch
Studiengänge (für) BA/LA/MA
SWS 2

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Weiß gekleidete Frauen gleiten schemenhaft durch die Texte des 18. und 19. Jahrhunderts. Es handelt sich nicht nur um Figuren im Klassiker der Frauenmode, dem weißen Kleid, oder auch im festlichen Brautkleid oder Leichenhemd, sondern um einen spezifischen Gespenstertypus: Als untote Vorfahrin kümmert sich die ‚weiße Frau‘ um Belange der Familie insbesondere im Feld der Heiratspolitik, wobei sie durchaus aggressiv zu Werke geht. Ihre literarische Konjunktur datiert in das sogenannte bürgerliche Zeitalter, als sich erstens ein binäres Geschlechtermodell etabliert und zweitens die Identifikation mit einer Familiengenealogie nicht länger ein adeliges Privileg bleibt. Der spezifisch weibliche Geistertypus stellt folglich Selbstverständlichkeiten in Frage, da sie eine vermeintlich natürliche, christlich fundierte Ordnung stört oder aber als unnatürliches, gar teuflisches Arrangement ausweist.
Gelesen und diskutiert wird das Genre der Gespenstergeschichte, vorwiegend also Erzähltexte, jedoch auch Langgedichte und ein Drama, wobei sowohl kanonisierte als auch unbekannte Autor:innen zu Wort kommen: Benedikte Nauberts Die weiße Frau (1792), Sophie Albrechts Das höfliche Gespenst (1797), Johann Wolfgang Goethes Die Braut von Korinth (1798), Amalie von Imhoffs Die Jungfrau vom Schlosse (1798); Christian zu Stolberg-Stolbergs Die weiße Frau (1817), Franz Grillparzers Die Ahnfrau (1817), Annette von Droste-Hülshoffs Das Fräulein von Rodenschild (1841).
Ein Reader mit der Textauswahl, teilweise in Erstausgaben (d.h. in Frakturschrift) wird digital zur Verfüg gestellt. Grundlegend sind folgende Studien: Gero von Wilpert: Die deutsche Gespenstergeschichte. Motiv – Form – Entwicklung, Stuttgart 1994; Silke Arnold-de Simine, Leichen im Keller: zu Fragen des Gender in Angstinszenierungen der Schauer- und Kriminalliteratur (1790–1830), St. Ingberg 2000; Birgit Haehnel, Weiße Umhüllungen – Weiße Verblendungen: Zur textilen Konstruktion von whiteness, Köln 2023.
Die Studienleistung besteht in einem thesenfreudigen Impulsreferat zum Auftakt der jeweiligen Textdiskussion. Die Modulleistung kann in einer Hausarbeit oder einer mündlichen Prüfung erbracht werden.

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "SoSe 2026 NDL Anmeldeset".
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Es wird eine festgelegte Anzahl von Plätzen in den Veranstaltungen verteilt.
    Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.
  • Die Anmeldung ist möglich von 10.03.2026, 10:00 bis 31.05.2026, 23:59.