Seminar: Kanonisierung und Kanonreflexion: Intersektionale Perspektiven (Di 14-16) - Details

Seminar: Kanonisierung und Kanonreflexion: Intersektionale Perspektiven (Di 14-16) - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: Kanonisierung und Kanonreflexion: Intersektionale Perspektiven (Di 14-16)
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 20
maximale Teilnehmendenanzahl 25
Heimat-Einrichtung Germanistisches Institut
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Dienstag, 21.04.2026 14:00 - 16:00, Ort: Medienraum [Mel]
Teilnehmende BA/LA: Literatur- und Gattungstheorie (5 LP)
BA/LA: Literatur- und Gattungstheorie (10 LP)
BA/LA: Literaturgeschichte 17. Jh. - bis Gegenwart (5 LP)
BA/LA: Literaturgeschichte 17. Jh. - bis Gegenwart (10 LP)
Lehrsprache(n) Deutsch
Studiengänge (für) LA/BA
SWS 2

Räume und Zeiten

Medienraum [Mel]
Dienstag: 14:00 - 16:00, wöchentlich (15x)

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Was macht einen Text ‚kanonwürdig‘? Wer entscheidet darüber, welche Werke als „Klassiker" gelten und im Literaturunterricht, in Anthologien und Forschungsdiskursen präsent sind? Dieses Seminar untersucht die Mechanismen literarischer Kanonbildung und fragt nach den Macht- und Ausschlussverhältnissen, die diesen Prozessen zugrunde liegen.
Ausgehend von theoretischen Texten zur Kanonforschung analysieren wir, wie literarische Wertung historisch funktioniert und welche Institutionen – Verlage, Kritik, Wissenschaft, Schule – an der Kanonbildung beteiligt sind. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf intersektionalen Perspektiven: Wir untersuchen, wie Kategorien wie gender, class, 'race', Religion und Sexualität die Sichtbarkeit von Autor*innen sowie deren Werken beeinflussen. Ziel ist es, die Dynamik und die politischen, kulturellen sowie ästhetischen Aspekte der Kanonisierung kritisch zu reflektieren und die Bedeutung literarischer Kanones für das kulturelle Gedächtnis zu erfassen.
Anhand konkreter Fallbeispiele diskutieren wir die Marginalisierung von Schriftstellerinnen, migrantischer und postkolonialer Literatur sowie queerer Stimmen im deutschsprachigen Kanon. Dabei betrachten wir auch Gegenkanonisierungen und aktuelle Debatten um die Öffnung und Diversifizierung des Literaturbetriebs. Welche Autor:innen werden (wieder-)entdeckt, welche Texte neu gelesen?
Ziel des Seminars ist es, ein kritisches Bewusstsein für die Konstruiertheit literarischer Wertmaßstäbe zu entwickeln und die eigene Position als Leser:innen und zukünftige Vermittler:innen von Literatur zu reflektieren.

Literarische Texte (in Auszügen – Digitalisate werden bereitgestellt), u.a.:
Caroline von Wolzogen: Agnes von Lilien (1793/1798)
Gabriele Reuter: Aus guter Familie (1895)
Claire Goll, Henriette Hardenberg, Emmy Hennings: Ausgewählte Lyrik (1910er)
Mela Hartwig: Der Phantastische Paragraph (1928)
Maria Leitner: Elisabeth, ein Hitlermädchen (1937)
Inge Müller: Ausgewählte Lyrik (1950/60er)
Verena Stefan: Häutungen (1975)
May Ayim: blues in schwarz weiß (Lyrikband, 1995)
Sharon Dodua Otoo: Adas Raum (2021)

Zur Einführung:
Gabriele Rippl/Simone Winko (Hg.): Handbuch Kanon und Wertung. Theorien, Instanzen, Geschichte. Stuttgart 2013. (als E-Book über die Bibliothek verfügbar)

Studienleistung: Übungsaufgabe; Impulsreferat; die Vor- und Nachbereitung der Seminarinhalte sowie die regelmäßige Teilnahme wird vorausgesetzt

Prüfungsleistung: Hausarbeit

Diese Lehrveranstaltung ist im Studienbegleitprogramm von gender*bildet (Zertifikat Gender Studies) anrechenbar. Nähere Informationen finden Sie unter diesem Link (https://www.rektorin.uni-halle.de/stabsstellen/vielfalt-chancengleichheit/gender_bildet/angebote_studierende/zertifikat/).

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "SoSe 2026 NDL Anmeldeset".
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Es wird eine festgelegte Anzahl von Plätzen in den Veranstaltungen verteilt.
    Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.
  • Die Anmeldung ist möglich von 10.03.2026, 10:00 bis 31.05.2026, 23:59.