Seminar: Artikulationen sexueller Gewalt in Prosa, Drama und Lyrik (Di 12-14) - Details

Seminar: Artikulationen sexueller Gewalt in Prosa, Drama und Lyrik (Di 12-14) - Details

Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: Artikulationen sexueller Gewalt in Prosa, Drama und Lyrik (Di 12-14)
Semester WiSe 2026/27
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 18
maximale Teilnehmendenzahl 17
Wartelisteneinträge 4
Heimateinrichtung Germanistisches Institut
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Dienstag, 27.10.26, 12:15 - 13:45 Uhr Seminarraum 10 (R.2.37) [EA 26-27]
Teilnehmende BA/LA: Literatur- und Gattungstheorie (5 LP)
BA/LA: Literatur- und Gattungstheorie (10 LP)
BA/LA: Literaturgeschichte 17. Jh. - bis Gegenwart (5 LP)
BA/LA: Literaturgeschichte 17. Jh. - bis Gegenwart (10 LP)
BA/LA: Themen, Stoffe, Motive
MA: Themen, Stoffe und Motive
Lehrsprache(n) Deutsch
Studiengänge (für) LA/BA/MA
SWS 2

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Im Zeitalter von #MeToo, viralen Debatten wie um den Song „Nicht alle Männer“ (Mariybu/Ebow), populärkultureller und medialer Auseinandersetzung rückt die Thematisierung sexueller Gewalt derzeit verstärkt ins öffentliche Bewusstsein. Nicht nur in sozialen Netzwerken, Musik und Journalismus, sondern auch in der Literatur werden Fragen nach Erfahrung, Trauma, Benennung und gesellschaftlicher Verarbeitung sexueller Gewalt verhandelt. Welche künstlerischen Möglichkeiten (und ethischen Herausforderungen) ergeben sich, wenn Gewalt, Tabu und Ohnmacht in Erzählung, auf der Bühne oder im Gedicht zur Sprache kommen? Dieses Seminar widmet sich aus literaturwissenschaftlicher Perspektive der Frage, wie sexuelle Gewalt in unterschiedlichen literarischen Gattungen (Prosa, Drama und Lyrik) artikuliert und verhandelt wird. Im Zentrum stehen ausgewählte Werke aus verschiedenen literarischen Epochen, anhand derer wir sowohl die historischen als auch die gattungsspezifischen Perspektiven auf das Thema erschließen. Ein Fokus des Seminars liegt auf der gattungstheoretischen Annäherung: Welche spezifischen Darstellungsweisen und erzähltechnischen Verfahren bringen Prosa, Drama und Lyrik jeweils hervor, um sexuelle Gewalt zu thematisieren? Welche Möglichkeiten, aber auch welche Grenzen bieten die unterschiedlichen literarischen Formen für die Darstellung von Traumata, Grenzerfahrungen und gesellschaftlicher Tabuisierung? Die literaturhistorische Perspektive ergänzt diese Fragestellungen, indem wir untersuchen, wie sich die Artikulationen sexueller Gewalt im Wandel der Zeiten und vor dem Hintergrund wechselnder gesellschaftlicher und moralischer Diskurse verändern. Zur Vertiefung der Analysen werden wir einschlägige theoretische Texte aus den Bereichen Gender Studies, Traumaforschung, Literatur- und Rezeptionsästhetik heranziehen.

Literarische Texte zur Selbstanschaffung (alle Texte sind auch als gebrauchte Taschenbuchausgabe zu finden):
Heinrich Leopold Wagner: Die Kindermörderin (1776) (Reclam-Ausgabe)
Gerhart Hauptmann: Rose Bernd (1903) (Ullstein-Ausgabe)
Libuše Moníková: Eine Schädigung (1981)
Karen Duve: Regenroman (1999)
Bettina Wilpert: Nichts, was uns passiert (2019)

Alle weiteren literarische Texte (Kleist: Marquise von O., Margarete Böhme: Tagebuch einer Verlorenen; Laura Leupi: Das Alphabet der sexualisierten Gewalt; ausgewählte Lyrik/Songtexte) werden in kurzen Auszügen als PDF bereitgestellt.

Zur Einführung empfohlen:
Christian Gudehus/Michaela Christ (Hg.): Gewalt. Ein interdisziplinäres Handbuch, insb. S. 83-90, 164-170, 263-268, 340-347.

Studienleistung: Erstellung eines Posters zu einem selbstgewählten Text passend zum Seminarthema u. Präsentation am Ende des Semesters (in Gruppen von 3-4 Personen); Vor- und Nachbereitung der Seminarinhalte sowie die regelmäßige Teilnahme am Seminar

Prüfungsleistung: Hausarbeit oder mündliche Prüfung

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "WiSe 2026_27 Anmeldeset allgemein".
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Es wird eine festgelegte Anzahl von Plätzen in den Veranstaltungen verteilt.
    Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.
  • Die Anmeldung ist möglich von 05.09.2026, 10:00 bis 31.12.2026, 23:59.