Übung: [BA-VV] Diplomatie, Verhandlungen und jede Menge Gossip: Frühneuzeitliche Gesandtenberichte als politik-, kultur- und sozialgeschichtliche Quellen - Details

Übung: [BA-VV] Diplomatie, Verhandlungen und jede Menge Gossip: Frühneuzeitliche Gesandtenberichte als politik-, kultur- und sozialgeschichtliche Quellen - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Übung: [BA-VV] Diplomatie, Verhandlungen und jede Menge Gossip: Frühneuzeitliche Gesandtenberichte als politik-, kultur- und sozialgeschichtliche Quellen
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 5
maximale Teilnehmendenanzahl 15
Heimat-Einrichtung Leitung des Instituts für Geschichte
Veranstaltungstyp Übung in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Dienstag, 21.04.2026 16:00 - 18:00, Ort: Seminarraum 9 (R.2.36) [EA 26-27]
Leistungsnachweis Modulleistung: Zum BA-Vertiefungsmodul Vormoderne gehört neben dem Besuch der Übung auch der Besuch eines Seminars, in dem die Modulleistung (Hausarbeit) erbracht wird. In der Übung erbringen Sie eine Studienleistung, deren Bestehen für den Abschluss des Moduls notwendig ist.

Studienleistung: Die Studienleistung setzt sich aus mehreren schriftlichen Übungsleistungen (schriftliche Quellenkritik, Transkriptionsübung u. ä.) und der aktiven, regelmäßigen Beteiligung an der Seminardiskussion (inkl. der produktiven Lektüre der für die jeweilige Sitzung vorzubereitenden Quellen und/oder Sekundärliteratur) zusammen. Das Bestehen der Studienleistung ist für den Abschluss des Moduls notwendig.
Lehrsprache(n) Deutsch

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

In der zweiten Hälfte des 17. und im frühen 18. Jahrhundert etablierte sich in Europa, nicht zuletzt aus den Erfahrungen der Westfälischen Friedensverhandlungen und der späteren Friedenskongresse von Nimwegen, Rijswijk u. ä., ein zunehmend dauerhaftes, ständiges Gesandtschaftswesen zwischen den verschiedenen Herrscherhöfen. Souveräne und andere Fürsten entsandten nicht mehr nur kurzzeitig für ganz spezifische Missionen einen Vertreter zu einem Kongress oder an einen auswärtigen Hof. Vielmehr begannen sie, permanente, von konkreten Einzelaufträgen losgelöste Gesandtschaften an auswärtigen Herrscherhöfen zu unterhalten.
Als Folge der damit einhergehenden zunehmenden Institutionalisierung und Formalisierung des Gesandtschaftswesens in Europa stieg auch die Produktion diplomatischen Schriftverkehrs immer weiter an. Gesandte schrieben in regelmäßigem Rhythmus, mitunter mehrmahls pro Woche, umfassende Berichte an ihre Heimathöfe. Dabei informierten sie über alles, was an dem jeweiligen auswärtigen Hof vor sich ging und potentiell von Interesse für den entsendenden Hof sein konnte. So berichteten sie über aktuelle politische Debatten an ihrem Gast-Hof, charakterisierten zentrale Akteure und schätzten deren politische Positionen ein, gaben Informationen zum gesellschaftlichen Leben und umrissen höfische Intrigen sowie den neuesten Klatsch und Tratsch.
Solche Gesandtenberichte können folglich einerseits durch ihren seriellen Charakter und ihre hohe Anzahl, andererseits durch die große Bandbreite der in ihnen besprochenen Themen nicht nur für diplomatiehistorische Untersuchungen im engeren Sinne, sondern auch und gerade für die Erforschung politik-, kultur- und sozialgeschichtlicher Fragen an die Frühe Neuzeit und insbesondere an frühneuzeitliche Herrscher und deren Höfe eine höchst relevante Quellengattung sein.
In der Übung wollen wir uns deshalb – nach einigen einführenden Sitzungen zum frühneuzeitlichen Gesandtschaftswesen und zu methodisch-quellenkritischen Reflexionen – der Lektüre und Analyse konkreter Gesandtenberichte zuwenden. Exemplarisch werden wir dafür die Berichte verschiedener Gesandter am Hof des zweiten Königs in Preußen, Friedrich Wilhelms I., nutzen, die diese bspw. nach London/Hannover, Wien oder Dresden schickten. Dabei werden primär Digitalisate handschriftlich vorliegender Berichte im Zentrum stehen, sodass Sie zugleich auch eine Einführung in die Erschließung frühneuzeitlicher Handschriften erhalten. Die Veranstaltung bietet Ihnen somit Gelegenheit, sowohl allgemeine Kompetenzen zur Nutzung, Analyse und Interpretation frühneuzeitlicher Quellen als auch Ihre paläographische Lektürefähigkeit zu stärken. Die zu lesenden Berichte sind dabei auf Deutsch, Englisch und Französisch verfasst.

Literaturempfehlung:
Elisabeth Ruffert: Das Gesandtschaftszeremoniell des brandenburgisch-preußischen Hofes um 1700, Berlin 2022.
Paul Dover/ Hamish Scott: The Emergence of Diplomacy, in: Hamish Scott (Hg.): The Oxford Handbook of Early Modern European History, 1350-1750, Bd. 2: Cultures and Power, Oxford 2015, S.663-696.

Modulleistung: Zum BA-Vertiefungsmodul Vormoderne gehört neben dem Besuch der Übung auch der Besuch eines Seminars, in dem die Modulleistung (Hausarbeit) erbracht wird. In der Übung erbringen Sie eine Studienleistung, deren Bestehen für den Abschluss des Moduls notwendig ist.

Studienleistung: Die Studienleistung setzt sich aus mehreren schriftlichen Übungsleistungen (schriftliche Quellenkritik, Transkriptionsübung u. ä.) und der aktiven, regelmäßigen Beteiligung an der Seminardiskussion (inkl. der produktiven Lektüre der für die jeweilige Sitzung vorzubereitenden Quellen und/oder Sekundärliteratur) zusammen. Das Bestehen der Studienleistung ist für den Abschluss des Moduls notwendig.

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "Weitere LV SoSe 2026 (bitte diese Anmeldeset auswählen, Yuo)".
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Die Anmeldung ist möglich von 09.03.2026, 10:00 bis 12.04.2026, 23:59.
  • Es wird eine festgelegte Anzahl von Plätzen in den Veranstaltungen verteilt.
    Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.