Projektseminar: Projektstudium II - Forschung (NaLa) - Details

Projektseminar: Projektstudium II - Forschung (NaLa) - Details

Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Projektseminar: Projektstudium II - Forschung (NaLa)
Untertitel Kommunale Klimaanpassung in der Praxis: GIS-Analysen und Experteninterviews zu Agroforstsystemen als naturbasierte Lösung
Veranstaltungsnummer GEO.07187
Semester WiSe 2026/27
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 3
erwartete Teilnehmendenzahl 15
Heimateinrichtung Nachhaltige Landschaftsentwicklung
Veranstaltungstyp Projektseminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Montag, 12.10.26, 16:00 - 19:00 Uhr SR 4 3.21 [VSP 4](Geowiss.)
Teilnehmende Bachelorstudierende
Lehrsprache(n) Deutsch; Englisch
SWS 4
ECTS-Punkte 10

Kommentar/Beschreibung

Die Folgen des Klimawandels stellen Kommunen zunehmend vor Herausforderungen. Insbesondere Starkregenereignisse, Hochwasser, Bodenerosion sowie zunehmende Trockenheit und Wasserdefizite erfordern standortangepasste Strategien der Klimaanpassung. Agroforstsysteme zählen zu den naturbasierten Lösungen, die durch einen verbesserten Wasserrückhalt in der Landschaft, die Verringerung des Oberflächenabflusses und den Schutz vor Bodenerosion einen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel leisten können. Gleichzeitig können sie weitere positive Wirkungen, beispielsweise für den Gewässerschutz und die Biodiversität, entfalten.
Das Seminar verbindet GIS-gestützte räumliche Analysen mit qualitativer Sozialforschung und untersucht anhand ausgewählter kommunaler Fallbeispiele in Süd-Sachsen-Anhalt, welchen Beitrag Agroforstsysteme zur kommunalen Klimaanpassung leisten können. Die Bearbeitung erfolgt in zwei aufeinander aufbauenden Arbeitsphasen.
In der ersten Phase wählen die Studierenden Kommunen in Süd-Sachsen-Anhalt aus und nehmen Kontakt zu relevanten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern aus Verwaltung, Klimaanpassungsmanagement und Raumplanung auf. Gemeinsam mit den Kommunen werden aktuelle Herausforderungen der Klimaanpassung identifiziert und thematische Schwerpunkte für die weitere Bearbeitung festgelegt. Dazu zählen beispielsweise Starkregengefahren, Bodenerosion oder Trockenheit und Wasserrückhalt. Auf dieser Grundlage werden Experteninterviews vorbereitet und vereinbart.
In der zweiten Phase führen die Studierenden GIS-gestützte Analysen für die jeweilige Kommune durch. Je nach Fragestellung werden beispielsweise Oberflächenabfluss und Abflussbahnen modelliert, erosionsgefährdete Flächen identifiziert, Bereiche mit erhöhtem Hochwasserrisiko analysiert oder Potenzialflächen für Agroforstsysteme als naturbasierte Klimaanpassungsmaßnahme ermittelt. Die Analyseergebnisse werden den kommunalen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern vorgestellt und bilden die Grundlage für leitfadengestützte Experteninterviews. Im Mittelpunkt stehen die Einschätzung der kommunalen Herausforderungen, die Bewertung der Analyseergebnisse sowie die Potenziale, Hemmnisse und Umsetzungsmöglichkeiten von Agroforstsystemen im Rahmen der kommunalen Klimaanpassung.
Ziel des Seminars ist es, wissenschaftliche Methoden der Geoinformatik und der qualitativen Sozialforschung miteinander zu verknüpfen und gemeinsam mit kommunalen Praxispartnern Lösungsansätze für eine klimaresiliente Landschafts- und Flächenentwicklung zu erarbeiten. Die Studierenden erwerben Kompetenzen in der kommunalen Zusammenarbeit, der Anwendung GIS-gestützter Analysemethoden, der Durchführung und Auswertung von Experteninterviews sowie der Entwicklung praxisorientierter Handlungsempfehlungen für die kommunale Klimaanpassung.