Projektseminar: MA: Projektentwicklung: Projekt Anwendung (Proj.Seminar und Seminar) - Details

Projektseminar: MA: Projektentwicklung: Projekt Anwendung (Proj.Seminar und Seminar) - Details

Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Projektseminar: MA: Projektentwicklung: Projekt Anwendung (Proj.Seminar und Seminar)
Untertitel Fake/Mock/Shock – Mockumentaries und andere hybride Formen der Wahrnehmungsirritation
Veranstaltungsnummer MMS.07073.02
Semester WiSe 2026/27
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 15
Heimateinrichtung Medien- und Kommunikationswissenschaft
Veranstaltungstyp Projektseminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Dienstag, 27.10.26, 10:00 - 12:00 Uhr 104 im MMZ
Lehrsprache(n) Deutsch

Räume und Zeiten

104 im MMZ

  • Dienstag, 10:00 - 12:00, Wöchentlich (ab dem 20.10.26), Seminar
  • Dienstag, 12:00 - 14:00, Wöchentlich (ab dem 27.10.26), Projekt-Seminar

Kommentar/Beschreibung

In diesem zweiteiligen Modulangebot geht es um die schrittweise Erarbeitung eines Themas aus (medien-)theoretischer Perspektive (überwiegend im Seminar) und die Konzeption, Diskussion und Erstellung eigener medialer/medienwissenschaftlicher Projekte/Objekte/Entwürfe (im Projektseminar). Der thematische Rahmen bezieht sich in diesem Wintersemester dabei auf Mischformen zwischen fiktionalen/gefakten/ausgedachten Inhalten und faktischen/dokumentarischen und/oder journalistischen Darstellungen.
Im Alltagsdiskurs von einem Film sprechen, bedeutet immer, seinen Inhalten, seiner Ästhetik und seinem Thema Namen zu geben, um das zu verbalisieren, was das entsprechende Beispiel aus der subjektiven Perspektive im Moment der Darstellung auszeichnet. Oft dienen uns dazu Gattungen und Genres als Schubladen, um temporär Sinn herzustellen. Doch was passiert, wenn eindeutige Zuordnungen nicht klar möglich sind? Ist es legitim, in Spielszenen Adolf Hitler in privaten Momenten durch den bekannten Fernsehschauspieler Tobias Moretti spielen zu lassen (wie in Speer und Er, 2005, Heinrich Breloer) und wenn nicht: Hatte nicht schon Robert Flaherty 1927 in Nanook of the North seine realen Akteure Szenen nachspielen und wiederholen lassen oder gar Momente vollständig inszeniert und fingiert? Was passiert mit dem Publikum, wenn Filmschaffende ihre Werke fälschlicherweise als Kompilation aufgefundenen Materials bezeichnen, welches Studenten auf der Suche nach einer Hexe in einem Waldstück in Maryland vor dem Verschwinden aufgenommen haben sollen? Warum werden immer mehr Spielfilme mit den technischen Mitteln und der Ästhetik von Amateur- und Dokumentarfilmen gedreht? Warum gibt es umgekehrt in Dokumentarfilmen den Einsatz von menschlichen Stimmen für Tiere, non-diegetische Filmmusik und eine dramatische Handlung? Aus diesen hybriden Werken resultieren weitere Fragen: Welche Rolle spielt die Zuschauer*in bei der Wahrnehmung und Einordnung uneindeutiger Formen? Inwiefern ist die Änderung des kommunikativen Vertrags, der daraus resultiert, eine Herausforderung oder bedeutet gar eine Kritik an der Produktion eher verbindlicher Werke? Warum gibt es eine so große Häufung vergleichbarer Werke gerade seit den 1980er Jahren? Welche Strategien wenden die Werke in Bezug auf Produktion (Marketing, Gestaltung) und Ästhetik sowie Thematik an? Welche Rolle spielen Fakes und Fälschungen heute im journalistischen Kontext? Während das Seminar theoretisch-analytisch eine intensive Diskussion von Beispielen eröffnen will, will das sich anschließende Projektseminar einen Raum schaffen, in welchem in Kleingruppen (max. 3 Personen) eigene Werke ausgedacht, gefakt (!), realisiert und reflektiert werden, die dann in einem Screening auch einem Publikum zugänglich gemacht werden.