Vorlesung: Christentum im ‚Globalen Mittelalter‘ - Details

Vorlesung: Christentum im ‚Globalen Mittelalter‘ - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Vorlesung: Christentum im ‚Globalen Mittelalter‘
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 56
Heimat-Einrichtung Theologische Fakultät
Veranstaltungstyp Vorlesung in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Freitag, 17.07.2026 12:15 - 13:45, Ort: (HSII)
Lehrsprache(n) Deutsch
ECTS-Punkte 2

Räume und Zeiten

(HSII)
Freitag: 12:15 - 13:45, wöchentlich (11x)

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

WICHTIG: Die erste Sitzung findet am 8. Mai statt. Als Ausgleich für die drei im April entfallenden Sitzungen unternehmen wir am 29. Mai eine Tagesexkursion nach Halberstadt.

Das Christentum des „Mittelalters“ ist nicht nur lateinisch, nicht nur europäisch und nicht nur an Rom oder Byzanz gebunden. Zwischen ca. 500 und 1500 existieren christliche Gemeinschaften und Traditionen in einem weiten Raum vom Atlantik bis nach Ostasien, von Skandinavien bis nach Subsahara-Afrika – verbunden durch Pilgerwege, Handelsrouten, diplomatische Kontakte, Übersetzungsarbeit und vielfältige Formen religiöser Praxis. Die Vorlesung erschließt diese Vielfalt und erzählt die Geschichte des mittelalterlichen Christentums als Geschichte transregionaler Netzwerke und kultureller Begegnungen.
Dabei wird zugleich das Konzept „Mittelalter“ selbst kritisch in den Blick genommen. Als europäische Periodisierung (zwischen Antike und „Neuzeit“) ordnet es Geschichte aus einer spezifischen Perspektive – und passt nur begrenzt auf die Zeitrhythmen, Zäsuren und Selbstbeschreibungen anderer Regionen. Die Vorlesung führt deshalb in Ansätze der Globalgeschichte ein, die von „Globalen Mittelalter“ sprechen.
Im Mittelpunkt stehen Kontaktzonen, die in einer lange westlich geprägten Mediävistik häufig am Rand blieben: christliche Gemeinschaften im Mittelmeerraum und im Nahen Osten, in Afrika, in Zentralasien und entlang der Seidenstraße bis nach Indien und China – ebenso wie die Wechselwirkungen zwischen lateinischem Westen, Byzanz und den orientalischen Kirchen.
Ein besonderes Augenmerk gilt Mobilität und Austausch: Mission und Diplomatie, Übersetzungs- und Bildungsprozesse, aber auch Konflikte, Migration und das Leben in Minderheitenkonstellationen. So wird sichtbar, wie interreligiöse Begegnungen (mit Judentum, Islam, Zoroastrismus, Buddhismus u. a.) sowie kulturelle Übersetzungen und transregionale Dynamiken christliche Traditionen im „Globalen Mittelalter“ prägten – und die globalen Erscheinungsformen des Christlichen bis in die Gegenwart hinein mit vorbereitet haben.