Seminar: Die wilden 1920er Jahre: Lorca, Buñuel, Dalí - Details

Seminar: Die wilden 1920er Jahre: Lorca, Buñuel, Dalí - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: Die wilden 1920er Jahre: Lorca, Buñuel, Dalí
Untertitel Aufbaumodul Kulturwissenschaft Spanien/Lateinamerika 3 - Kulturkontakt/Kulturvergleich
Veranstaltungsnummer ROM.02773
Semester SoSe 2025
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 9
erwartete Teilnehmendenanzahl 15
Heimat-Einrichtung Institut für Romanistik
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Erster Termin Donnerstag, 03.04.2025 12:00 - 14:00, Ort: Seminarraum 17 (Raum E.12) [LuWu 2]
Voraussetzungen Basismodul Einführung in die Kulturwissenschaft Spanien/Lateinamerika
Lehrsprache(n) Deutsch
SWS 2
ECTS-Punkte 5

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

"Dreiecksverhältnis" oder "Einheit der drei Medien", so werden die drei unterschiedlichen Künstler Federico García Lorca, Salvador Dalí, Luis Buñuel häufig bezeichnet. Sie lernten sich Anfang der 1920er Jahre in Madrid in der Residencia de Estudiantes der berühmten Institución Libre de Enseñanza kennen, eine private Schule, deren pädagogisches Konzept auf Freiheit, Toleranz, Aufklärung und konfessioneller Neutralität beruhte - jenseits des Bildungsmonopols der katholischen Kirche. Die schöpferische Aufbruchstimmung in diesem Institut förderte die Entfaltung der drei Weggefährten, die zu den bedeutendesten spanischen Künstlern des 20. Jahrhunderts wurden: Dalí in der Malerei, Lorca in der Literatur und Luis Buñuel im Film.
Wir beschäftigen uns mit der Zeitgeschichte, dem medialen Cross-over dieses Dreickecksverhältnisses und ausgewählten Werken der drei Künstler. Salvador Dalí (1904-1989) wurde zu einem der Hauptvertreter des Surrealismus. Zusammen mit Luis Buñuel schrieb er z.B. die Drehbücher der surrealistischen Filme "Un chien andalou" (1929) und "L’Âge d’Or" (1930), an denen keine Filmgeschichte vorbeikommt.
Federico García Lorca (1898-1936) ist einer der bedeutendsten Dramatiker des 20. Jahrhunderts, der das Theater in der Zweiten Republik (1931-1939) maßgeblich geprägt hat. Seine überragende Bedeutung für die spanische Literaturgeschichte ist unbestritten; seine Werke strahlten weit über die Landesgrenzen hinaus ins übrige Europa, aber auch nach Lateinamerika aus und werden bis heute gelesen und aufgeführt. Im Zentrum des Seminars steht Lorcas "Trilogía Rural" (Bodas de Sangre, Yerma und La Casa de Bernarda Alba), die 2023 auch als Graphic Novel erschien, die die Geschlechterverhältnisse in Spanien inszeniert und dabei u.a. die interessante Frage aufwirft, inwiefern das Patriarchat nicht nur von Männern gestützt wird, sondern auch von Frauen, inbesondere von mütterlichen Figuren.
Luis Buñuel (1900-1983) gilt heute oft als mexikanischer Filmemacher spanischer Herkunft. Er wurde gegen Ende der Stummfilmzeit als surrealistischer Regisseur bekannt. Nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs exilierte er nach Mexiko und integrierte sich in die dortige Filmindustrie. Wer kennt nicht - zumindest als Redewendung - den Film "Cet obscur objet du désir" (Dieses obskure Objekt der Begierde)?