Seminar: Geschlechterkampf im Dialog: Laclos' Liaisons dangereuses (1782) und Despentes' Cher connard (2022) - Details

Seminar: Geschlechterkampf im Dialog: Laclos' Liaisons dangereuses (1782) und Despentes' Cher connard (2022) - Details

Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: Geschlechterkampf im Dialog: Laclos' Liaisons dangereuses (1782) und Despentes' Cher connard (2022)
Untertitel Aufbaumodul Französische Literaturwissenschaft 2 - Neuere französische Literatur
Veranstaltungsnummer ROM.02673
Semester WiSe 2026/27
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 13
erwartete Teilnehmendenzahl 16
Heimateinrichtung Institut für Romanistik
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Montag, 26.10.26, 16:00 - 18:00 Uhr Seminarraum 10 (R.2.37) [EA 26-27]
Lehrsprache(n) Deutsch
Studiengänge (für) LA, B.A.
ECTS-Punkte 5

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

240 Jahre trennen die "Liaisons dangereuses" (1782) von Choderlos de Laclos und "Cher connard" (2022) von Virginie Despentes. Beide sind Briefromane – im Fall von Despentes in digitaler Form. Gemeinsam ist ihnen das gattungsspezifische Merkmal, dass keine Erzählerinstanz zwischen die Stimmen der Figuren und die Leserinnen und Leser tritt. Je nach Zahl der Korrespondierenden und ihrer Beziehungen zueinander entfaltet sich ein unterschiedlich komplexes Geflecht von Perspektiven und Handlungssträngen, ohne dass ein privilegierter oder vermittelnder Standpunkt existierte. Die Briefe erscheinen daher – zumindest auf den ersten Blick - als unmittelbarer, authentischer Ausdruck ihrer Verfasser. Einen Höhepunkt des Briefromans erreicht Laclos' Roman, da seine Protagonisten gerade mittels ihrer vermeintlich unmittelbaren Selbstäußerungen täuschen, manipulieren und sich inszenieren. "Cher connard" hingegen konzentriert sich auf den Austausch zweier Figuren, die aus anfänglicher gegenseitiger Verachtung, wenn nicht Hass, unter den Bedingungen der Corona-Pandemie schrittweise einen ebenso unwahrscheinlichen wie intensiven Dialog entwickeln, in dem schließlich sogar Raum für Selbsterkenntnis entsteht. - Über ihre formale Verwandtschaft hinaus kreisen beide Romane um Fragen der Geschlechterbeziehungen und ihrer gesellschaftlichen Bedingungen.
Bitte besorgen Sie sich die Texte vor Beginn der Veranstaltung. Es ist von Vorteil, sie zumindest teilweise bereits gelesen zu haben, da wir beide Romane vollständig behandeln werden und sie sich nur als Ganzes erschließen. Den Anfang machen die "Liaisons dangereuses".