Seminar: [MA-VI] Das "fränkische" Griechenland im Spätmittelalter - Details

Seminar: [MA-VI] Das "fränkische" Griechenland im Spätmittelalter - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: [MA-VI] Das "fränkische" Griechenland im Spätmittelalter
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 9
maximale Teilnehmendenanzahl 10
Heimat-Einrichtung Leitung des Instituts für Geschichte
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Dienstag, 02.06.2026 10:00 - 12:00, Ort: Seminarraum 9 (R.2.36) [EA 26-27]
Lehrsprache(n) Deutsch

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

«Lateiner» bzw. «Franken» spielten als Kaufleute, Söldner und nicht zuletzt (durchziehende) Kreuzfahrer schon im hohen Mittelalter eine wichtige Rolle in der byzantinischen Geschichte. Mit dem 4. Kreuzzug - der eigentlich gegen Ägypten, das Herzland des islamischen Kalifats, zielte, aber 1204 mit der Eroberung Konstantinopels durch das Kreuzheer endete - wurden die «Lateiner» zu einem wichtigen machtpolitischen Faktor in der «Romania», d. h. dem Raum des griechischen Kaiserreiches. Im Bereich der heutigen (West-)Türkei beiderseits des Marmarameeres sowie des heutigen Griechenlands bildeten die französischen, niederländischen, italienischen und venezianischen Eroberer verschiedene Herrschaften, die unter der Oberherrschaft der sogenannten Lateinischen Kaiser standen, die bis 1261 in Konstantinopel herrschten. Während einige dieser Herrschaften rasch an Bedeutung verloren, konnten sich andere bis ins 15. Jahrhundert gegen das erneuerte griechische Kaisertum, die Osmanen und andere türkische Emirate sowie gegen slawische und walachische Herrscher behaupten.
Die spätmittelalterliche «Romania» ist Raum einer höchst faszinierenden Geschichte interkulturellen Kontakts und Konflikts. Wir beobachten Kooperationen und Auseinandersetzungen in jeder denkbaren Kombination, zusätzlich kompliziert durch externe Eingriffe seitens des Papstes, europäischer Fürsten, italienischer Seerepubliken - und natürlich türkischer Emirate. In der Veranstaltung werden wir einen Überblick über diese bewegte Geschichte erarbeiten und durch die Lektüre einschlägiger Quellen einen vertieften Einblick in Leben, Gesellschaft und Herrschaftsformen der Zeit gewinnen. Die Quellen werden grundsätzlich auch in übersetzter Form (englisch, deutsch) bereitgestellt, doch sind Kenntnisse des Lateinischen, der romanischen Sprachen, des (Alt- und demotischen)Griechischen ebenso nützlich wie der (dem Dozenten nicht zugänglichen) arabischen, persischen und osmanischen Sprache.

Die Belegung meiner Mittelmeer-Vorlesung im selben Modul wird dringend empfohlen.

Literaturempfehlung: Peter Schreiner, Byzanz. 565-1453 (Oldenbourg Grundriß der Geschichte), S. 34-45 (kurzer Überblick über die spätbyzantinische Zeit); Angeliki Laiou, Constantinople and the Latins, 1972; Filip van Tricht, The Latin Renovatio of Byzantium. The Empire of Constantinople (1204-1228), 2011; Norman Housley, The Later Crusades, 1992, S. 49-79 (zu den Kreuzzügen in der «Romania»)
Modulleistung: Hausarbeit (historische Interpretation einer Quelle bzw. eines Quellenkonvoluts)
Studienleistung: Sitzungsleitung; hausarbeitsvorbereitende Übungsaufgaben (Bibliographie; historische Kontextualisierung der Quelle; Einleitung und Gliederungsentwurf)

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "Weitere LV SoSe 2026 (bitte diese Anmeldeset auswählen, Yuo)".
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Die Anmeldung ist möglich von 09.03.2026, 10:00 bis 12.04.2026, 23:59.
  • Es wird eine festgelegte Anzahl von Plätzen in den Veranstaltungen verteilt.
    Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.