Seminar: Im Streit um Literatur: Debatten, Kontroversen, Polemiken (do 14-16 Uhr) - Details

Seminar: Im Streit um Literatur: Debatten, Kontroversen, Polemiken (do 14-16 Uhr) - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: Im Streit um Literatur: Debatten, Kontroversen, Polemiken (do 14-16 Uhr)
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 12
maximale Teilnehmendenanzahl 24
Heimat-Einrichtung Germanistisches Institut
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Donnerstag, 04.06.2026 14:15 - 15:45, Ort: Seminarraum 21 (Raum E.04) [LuWu 2]
Teilnehmende Modul Master I (LA Gym., 1.und 2. Fach; LA Sek., 1. Fach; LA Fö/Sek.,1. Fach
Modul Master II (LA Gymn. 1. Fach)
Modul LA/Master: Literaturgeschichte – Vertiefungsmodul / Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik - Vertiefungsmodul
Modul Master: Themen, Stoffe, Motive / Literaturgeschichte / Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik / Kulturelle Diskurse
Modul Master Lit.wiss: Deutschsprachige Literatur: Literatur im Diskurs
Modul Master Lit.wiss.: Literatur im Austausch und Widerspruch
Modul Master: Rezeption, Produktion, Translation und Transfer
Lehrsprache(n) Deutsch
Studiengänge (für) LA Gymn./LA Sek- u. Förderschule
Masterstudiengänge
SWS 2

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Die Geschichte der Literatur lässt sich auch als kontinuierliche Auseinandersetzung darüber lesen, was Literatur ist. Welche Normen und Modelle bestimmen das Literaturverständnis einer Epoche, inkl. unserer eigenen? Welche Aufgaben und Befugnisse werden der Literatur zugeschrieben, welche Grenzen darf sie nicht überschreiten und wovon wird sie abgegrenzt? Aber auch: wer entscheidet darüber? Das Publikum, die Autoren oder die Vermittlungsinstanzen zwischen beiden, also die früher sogenannten ,Kunstrichter‘? -- Wir beschäftigen uns in diesem Kurs mit einigen solcher Kontroversen und Debatten um Literatur in verschiedenen historischen Kontexten und Konstellationen. Das erste Drittel des Kurses widmet sich verschiedenen älteren Debatten. Den Auftakt bildet die berühmte ,Querelle des Anciens et des Modernes‘ im späten 17. Jahrhundert, in der es um die Exemplarität der Antike ging. Eine andere Debatte, die auf die Frühe Neuzeit zurückgeht und die im 18. Jahrhundert wieder aufgenommen wird, ist der Wettstreit zwischen den Künsten (Paragone), mit dem wir uns anhand von Lessings einflussreichen Laokoon beschäftigen werden. Die zentrale Frage im Mittelpunkt von Lessings Abhandlung ist die nach der Darstellung des Schmerzes und den Grenzen des Darstellbaren -- eine Frage, die bis heute Debatten um Kunst und Literatur beschäftigt. Ein späteres Echo des Streits um den Vorbildcharakter der antiken Kultur findet sich in Nietzsches berühmter Schrift Geburt der Tragödie, die Anlass zu heftigen Polemiken von Seiten der etablierten Altertumswissenschaften gab. Der Skandal um Baudelaires Gedichtsammlung Die Blumen des Bösen ist paradigmatisch für Auseinandersetzungen um Kunst und Moral im 19. Jahrhundert, die auch im 20. Jahrhundert immer wieder thematisiert werden. In der sogenannten Expressionismusdebatte der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts zwischen Georg Lukács, Ernst Bloch, Anna Seghers u.a. geht es um die politische Verortung des Expressionismus und die Frage des ,Realismus‘. In den verbleibenden zwei Dritteln des Kurses wenden wir uns ein paar Kontroversen der jüngeren Vergangenheit zu, so beispielsweise dem deutsch-deutschen Literaturstreit um Christa Wolf, der von W. G. Sebald angestoßenen Feuilleton-Debatte um die in seinen Augen fehlende Auseinandersetzung der deutschen Nachkriegsliteratur mit der Bombardierung deutscher Städte im Zweiten Weltkrieg (,Literatur und Luftkrieg‘) und mit Moritz Baßlers Polemik gegen den ,populären Realismus‘ in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, der der Literaturwissenschaftler vorwirft, hinter den avancierten Stand anspruchsvollen modernen Schreibens zurückzufallen.
Es wird in diesem Kurs also um sehr unterschiedliche und teils weit auseinanderliegende Debatten gehen, zwischen denen es zwar Überschneidungen gibt, deren immanenten Logiken wir aber von Fall zu Falle rekonstruieren und verstehen wollen. Dabei geht es zugleich jedoch auch um die übergreifenden politischen, medialen, kulturellen und institutionellen Bedingungen von Literatur, die in den verschiedenen Kontroversen verhandelt werden.
Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft zur Lektüre längerer Texte, die Übernahme eines Impulsreferats und einer Sitzungsmoderation sowie regelmäßige und aktive Beteiligung an der Seminardiskussion; zudem sollten Sie in der Lage sein, Sekundärliteratur auf Englisch zu lesen.

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "Beschränkte Teilnehmendenanzahl: Im Streit um Literatur: Debatten, Kontroversen, Skandale im literarischen Feld (do 14-16 Uhr)".
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Es wird eine festgelegte Anzahl von Plätzen in den Veranstaltungen verteilt.
    Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.
  • Die Anmeldung ist möglich von 10.03.2026, 10:00 bis 30.04.2026, 23:59.