Seminar: Multidirektionales Erinnern im Film, in der Literatur und in Ausstellungen - Details

Seminar: Multidirektionales Erinnern im Film, in der Literatur und in Ausstellungen - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: Multidirektionales Erinnern im Film, in der Literatur und in Ausstellungen
Untertitel Vertiefungsmodul Kulturwissenschaft Frankreich I: Kultur und kollektives Gedächtnis; Vertiefungsmodul Kulturwissenschaft Spanien/Lateinamerika I - Kultur und kollektives Gedächtnis; Vertiefungsmodul Kulturwissenschaft Spanien/Lateinamerika 2: Kultur und Kommunikation; Vertiefungsmodul Kulturwissenschaft Spanien/Lateinamerika 3: Kultur und Gesellschaft
Veranstaltungsnummer ROM.02778 ROM.04705 ROM.04706 ROM.02824
Semester SoSe 2025
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 18
erwartete Teilnehmendenanzahl 30
Heimat-Einrichtung Institut für Romanistik
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Donnerstag, 10.04.2025 10:00 - 12:00, Ort: Hörsaal V (Raum E.03) [LuWu 2]
ECTS-Punkte 5

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Ausgehend von Michael Rothbergs 2009 erschienener Studie „Multidirectional Memory. Remembering the Holocaust in the Age of Decolonisation“ (2021 auf Deutsch erschienen) und ausgehend von der These, dass Erinnerung keine begrenzte Ressource ist, wenden wir uns verschränkten Erinnerungen und Archiven zu, konkret der Frage: Was passiert, wenn Erinnerungen an unterschiedliche Gewaltverbrechen innerhalb einer Gesellschaft aufeinandertreffen?
Am Beispiel von spanisch- und französischsprachigen Erzähltexten und Studien von Historiker*innen widmet sich dieses Seminar so z.B. der Karibik (insbesondere Kuba, der Dominikanischen Republik und Haiti) als Fluchtpunkt für europäische Juden und Jüdinnen während der Shoah. Im Zentrum stehen Gegenwartstexte aus ganz unterschiedlichen Räumen und Kontexten von Autoren wie dem Kubaner Leonardo Padura (Herejes, 2013) oder dem Haitianer Louis-Philippe Dalembert (Avant que les ombres s’effacent, 2017), die die Irrfahrt der St. Louis, einem Passagierschiff der Hamburger Reederei HAPAG, erzählen. Dieses Schiff war 1939 mit mehr als 900 Juden an Bord auf der Flucht vor der NS-Verfolgung in Hamburg in See über den Atlantik gestochen. Die Passagiere wurden aber weder in Kuba, noch in der USA, noch in Kanada an Land gelassen. Erweiternd kann der Roman "Le dernier frère" (2007) der aus Mauritius stammenden Autorin Natasha Appanah hinzugezogen werden, in dem sie die Geschichte jüdischer Flüchtlinge erzählt, die von der britischen Mandatsmacht in die Kolonie Mauritius (Indischer Ozean) deportiert und dort bis 1945 in einem Gefängnis eingesperrt wurden. Gemeinsam ist allen Texten, dass sie die Shoah und die Flucht der Juden und Jüdinnen während des Dritten Reichs aus einer außereuropäischen Perspektive in den Blick nehmen.
Ferner wird gelesen:
- Dillmann, Hans-Ulrich/ Heim, Susanne Hein. Fluchtpunkt Karibik. Jüdische Emigranten in der Dominikanischen Republik, Berlin: Chr. Links, 2009.
- Kaplan, Marion: Zuflucht in der Karibik. Die jüdische Flüchtlingssiedlung in der Dominkanischen Republik 1940-1945, Göttingen: Wallstein, 2010.

Mit Blick auf Deutschland und insbesondere Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas 2025 ist zudem geplant eine Exkursion zum dortigen Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex zu machen. Ab Mai 2025 gibt es das Projekt "Offener Prozess" in Chemnitz als Dauerausstellung im Rahmen der Kulturhauptstadt.

Diese Lehrveranstaltung ist im Studienbegleitprogramm von gender*bildet (Zertifikat Gender Studies) anrechenbar. Nähere Informationen finden Sie unter diesem Link (https://www.rektorin.uni-halle.de/stabsstellen/vielfalt-chancengleichheit/gender_bildet/angebote_studierende/zertifikat/).