Seminar: Inklusive Pädagogik im Spannungsfeld von Homogenisierung und Anerkennung von Heterogenität, Seminar 2 (Keßler): Privilegien gecheckt – und dann? Pädagogische Konzepte zu Privilegien im Spannungsfeld - Details

Seminar: Inklusive Pädagogik im Spannungsfeld von Homogenisierung und Anerkennung von Heterogenität, Seminar 2 (Keßler): Privilegien gecheckt – und dann? Pädagogische Konzepte zu Privilegien im Spannungsfeld - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: Inklusive Pädagogik im Spannungsfeld von Homogenisierung und Anerkennung von Heterogenität, Seminar 2 (Keßler): Privilegien gecheckt – und dann? Pädagogische Konzepte zu Privilegien im Spannungsfeld
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 27
maximale Teilnehmendenanzahl 27
Heimat-Einrichtung Institut für Rehabilitationspädagogik
beteiligte Einrichtungen Allgemeine Rehabilitationspädagogik / Integrationspädagogik
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Erster Termin Montag, 13.04.2026 16:15 - 17:45, Ort: (Raum 142 (Haus 31))
Teilnehmende Lehramt Förderpädagogik ab 6. Semester
Voraussetzungen Modul "Einführung in die Allgemeine Rehabilitations- und Integrationspädagogik"
(wünschenswert: Modul "ÜFR: Grundlagen der Didaktik in ausgewählten Lernbereichen")
Lernorganisation seminarvorbereitende Aufgaben,
partizipative Lesungen, textinhärente und texterweiternde Diskussionen im Seminar
Lehrsprache(n) Deutsch
Studiengänge (für) Lehramt an Förderschulen
SWS 2
Sonstiges Diese Lehrveranstaltung ist im Studienbegleitprogramm von gender*bildet (Zertifikat Gender Studies) anrechenbar. Nähere Informationen finden Sie unter diesem Link: https://www.rektorin.uni-halle.de/stabsstellen/vielfalt-chancengleichheit/gender_bildet/angebote_studierende/zertifikat/.
ECTS-Punkte 2 ECTS (Seminar), 5 ECTS (Modul)

Räume und Zeiten

(Raum 142 (Haus 31))
Montag: 16:15 - 17:45, wöchentlich (13x)

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Die Frage nach Privilegien ist in den letzten Jahrzehnten zu einer zentralen Bezugskategorie geworden, um soziale Ungleichheit zu adressieren und bestehende Strukturen einer kritischen Analyse zu unterziehen. Ursprünglich juristisch verstanden als Vorrecht, das Einzelnen gegenüber anderen zusteht, ist „Privileg“ heute auch ein sozialwissenschaftliches Erkenntnisinstrument, mit dem sich vorteilhafte Lebensbedingungen – etwa im Bereich Bildung – in ihrem Entstehen und ihren Auswirkungen untersuchen lassen. Privilegierung scheint damit zunächst das Gegenstück zur Diskriminierung zu sein: Wer etwa nicht als männlich, weiß, nicht-behindert (abled), cis oder europäisch gilt, ist oftmals einem höheren Risiko (bildungs-)bezogener Benachteiligung ausgesetzt. Doch wie tragfähig ist diese oppositionelle Gegenüberstellung? Können Menschen zugleich privilegiert und diskriminiert sein? Existieren nicht auch innerhalb diskriminierter Gruppen Mechanismen, die einzelnen Mitgliedern Privilegien verschaffen?

Das Seminar nimmt diese Fragen zum Anlass, die Herausforderungen und Potenziale eines sozialwissenschaftlichen Blicks auf Privilegierung in den Mittelpunkt zu stellen und insbesondere Konzepte zur Privilegiensensibilisierung in pädagogischen Kontexten eingehend zu thematisieren. Zu Beginn setzen wir uns mit aktuellen pädagogischen Ansätzen auseinander, die darauf abzielen, Lehrende, Lernende und Institutionen für die Existenz und Wirkung von Privilegien zu sensibilisieren. Dabei fragen wir kritisch: Wie werden Privilegien im pädagogischen Alltag thematisiert? Welche Ansätze erscheinen vielversprechend – und wo liegen deren Grenzen und mögliche Nebenwirkungen? (Wie) Kann es gelingen, Privilegierung nicht nur zu erkennen, sondern auch zu transformieren, ohne in Vereinfachungen oder neue Ausschlüsse zu verfallen?

Im weiteren Verlauf greifen wir auf Markus Rieger-Ladichs Buch „Das Privileg. Kampfvokabel und Erkenntnisinstrument“ (2022) zurück, um die zuvor diskutierten pädagogischen Konzepte anhand theoretischer Reflexionen weiter zu problematisieren und einzuordnen. Anhand der Lektüre des gesamten Buches nehmen wir die Konsequenzen für eine inklusionspädagogische Perspektive in den Blick – insbesondere im Hinblick auf die Frage, wie (Nicht-)Behinderung in Bildungsprozessen als relevant markiert wird und welche Implikationen dies für Benachteiligung und Teilhabe hat.

Das Seminar lädt dazu ein, Privilegien differenziert zu analysieren, Konzeptualisierungen zur Privilegiensensibilisierung kennenzulernen, kritisch zu beleuchten und eigene Positionierungen im Spannungsfeld von Privilegierung, Diskriminierung und Inklusion zu reflektieren. Die Bereitschaft sowohl der Lektüre des Buches von Rieger-Ladich als auch der Reflexion eigener Privilegien ist Voraussetzung für das Seminar.

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "Beschränkte Teilnehmendenanzahl: Inklusive Pädagogik im Spannungsfeld von Homogenisierung und Anerkennung von Heterogenität, SoSe 26".