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Vorlesung: [BA-EM] [Vorlesung] Hohe Häuser: Parlamente im Europa des langen 19. Jahrhunderts - Details
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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Vorlesung: [BA-EM] [Vorlesung] Hohe Häuser: Parlamente im Europa des langen 19. Jahrhunderts
Semester SS 2022
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 76
maximale Teilnehmendenanzahl 86
Heimat-Einrichtung Institut für Geschichte
Veranstaltungstyp Vorlesung in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Erster Termin Donnerstag, 07.04.2022 14:00 - 16:00, Ort: Hörsaal II (R.1.01)[EA 28]
Lernorganisation Als sich die Abgeordneten des Dritten Standes der französischen Generalstände am 17. Juni 1789 als Nationalversammlung neu konstituierten und zur alleinigen Vertretung des gesamten Volkes erklärten, trat die Geschichte der repräsentativen Politik in eine neue Phase ein. In den nachfolgenden Jahrzehnten wurden die traditionellen Ständeversammlungen überall in Europa zu modernen Legislativen umgeformt. Diese fungierten nicht nur als Symbol für die nationale Einheit und die Legitimität der jeweiligen Regime, sondern gestalteten sich immer mehr auch zu einem bestimmenden Machtfaktor. Allerdings wird der oft bemühte, aber verkürzende Prozessbegriff der ‚Parlamentarisierung‘ der Komplexität und Vielfalt der nationalen Entwicklungspfade bis zum Ersten Weltkrieg keineswegs gerecht. In dieser Vorlesung bemühen wir uns daher um einen genaueren Blick auf die Volksvertretungen in einer entscheidenden Phase ihrer Entwicklung. Wir schauen auf ihre geschriebenen und ungeschriebenen Verfahrensordnungen und auf die Momente, in denen diese durchbrochen wurden, auf die parlamentarischen Räume und Rituale, auf die Abgeordneten und deren Verhalten in- und außerhalb des Plenarsaals, auf die Fraktionen und die Interaktionen zwischen Regierung und Opposition sowie auf die vielfältigen Kontakte der Legislativen mit ihrer Umwelt – sei es in Gestalt der Parteien, der Presse, der Wähler, oder des Publikums auf den Galerien. Durch die systematische Berücksichtigung vergleichender Perspektiven wirft die Veranstaltung neues Licht auf die vielfältigen Entwicklungen einer Institution, welche die politische Geschichte Europas maßgeblich bestimmt hat – und bis heute bestimmt.
Literatur
Andreas Schulz/Andreas Wirsching (Hg.): Parlamentarische Kulturen in Europa: Das Parlament als Kommunikationsraum, Düsseldorf 2012.
Jörg Feuchter/Johannes Helmrath (Hg.): Parlamentarische Kulturen vom Mittelalter bis zur Moderne. Reden – Räume – Bilder, Düsseldorf 2013.
Remieg Aerts et al. (Hg.): The Ideal of Parliament in Europe since 1800, London 2019.
SWS 2

Themen

Konstituierende Sitzung / Schlaglicht 1 (um 1800), Die Abgeordneten, Kollektive, Wahlen, Öffentlichkeiten, Schlaglicht 2 (um 1850) - TERMIN WIRD IN ABSPRACHE VERSCHOBEN, Formelle und informelle Ordnungen, Räume und Rituale, Die Plenardebatte, Schlaglicht 3 (um 1900), Taktiken und Konflikte, Das Parlament als Lebenswelt, Rückblick, Überblick, Ausblick, Abschließender Kurztest

Studienbereiche

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Als sich die Abgeordneten des Dritten Standes der französischen Generalstände am 17. Juni 1789 als Nationalversammlung neu konstituierten und zur alleinigen Vertretung des gesamten Volkes erklärten, trat die Geschichte der repräsentativen Politik in eine neue Phase ein. In den nachfolgenden Jahrzehnten wurden die traditionellen Ständeversammlungen überall in Europa zu modernen Legislativen umgeformt. Diese fungierten nicht nur als Symbol für die nationale Einheit und die Legitimität der jeweiligen Regime, sondern gestalteten sich immer mehr auch zu einem bestimmenden Machtfaktor. Allerdings wird der oft bemühte, aber verkürzende Prozessbegriff der ‚Parlamentarisierung‘ der Komplexität und Vielfalt der nationalen Entwicklungspfade bis zum Ersten Weltkrieg keineswegs gerecht. In dieser Vorlesung bemühen wir uns daher um einen genaueren Blick auf die Volksvertretungen in einer entscheidenden Phase ihrer Entwicklung. Wir schauen auf ihre geschriebenen und ungeschriebenen Verfahrensordnungen und auf die Momente, in denen diese durchbrochen wurden, auf die parlamentarischen Räume und Rituale, auf die Abgeordneten und deren Verhalten in- und außerhalb des Plenarsaals, auf die Fraktionen und die Interaktionen zwischen Regierung und Opposition sowie auf die vielfältigen Kontakte der Legislativen mit ihrer Umwelt – sei es in Gestalt der Parteien, der Presse, der Wähler, oder des Publikums auf den Galerien. Durch die systematische Berücksichtigung vergleichender Perspektiven wirft die Veranstaltung neues Licht auf die vielfältigen Entwicklungen einer Institution, welche die politische Geschichte Europas maßgeblich bestimmt hat – und bis heute bestimmt.
Literatur
Andreas Schulz/Andreas Wirsching (Hg.): Parlamentarische Kulturen in Europa: Das Parlament als Kommunikationsraum, Düsseldorf 2012.
Jörg Feuchter/Johannes Helmrath (Hg.): Parlamentarische Kulturen vom Mittelalter bis zur Moderne. Reden – Räume – Bilder, Düsseldorf 2013.
Remieg Aerts et al. (Hg.): The Ideal of Parliament in Europe since 1800, London 2019.

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "Beschränkte Teilnehmendenanzahl: [BA-EM] [Vorlesung] Hohe Häuser: Parlamente im Europa des langen 19. Jahrhunderts".
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Es wird eine festgelegte Anzahl von Plätzen in den Veranstaltungen verteilt.
    Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.