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Course directory - SS 2021
Mittagsklatsch
Altes Testament (SS 2021) 17 Veranstaltungen
No. Title Zeit/Ort Lecturers
"Kein kleiner Unterschied" – Schriftsinn zwischen hebräischem und griechischem Text Course details

Als der Enkel des jüdischen Weisheitslehrers Ben Sira das Werk seines Großvaters übersetzt, schreibt er in seinem Vorwort die (durchaus zutreffende) Bemerkung, dass zwischen dem hebräischen Originaltext und seiner griechischen Übersetzung "kein kleiner Unterschied" bestehe. Aus heutiger Sicht auf die Textüberlieferung handelt es sich dabei um mehr als nur eine Erfahrung aus der Übersetzungspraxis; tatsächlich hat man manchmal den Eindruck, es mit unterschiedlichen Texten und Sinngehalten zu tun zu haben. An ausgewählten Textbeispielen wird der Frage nachgegangen, wie in der Textüberlieferung Sinn konstruiert wird.

Friday: 10:30 - 12:00, weekly (from 23/04/21), Location: (Raum E (Geseniusraum))
Prof. Dr. Frank Alexander Ueberschaer
BA JüS: Mischna – Hebräisch (HGG 2) Course details

Die Mischna ist als Sammlung religionsgesetzlicher Überlieferungen des rabbinischen Judentums ein Kommentar zu den Gesetzen, Geboten und Vorschriften der Tora und bildet zusammen mit der Gemara den Talmud. In diesem Lektürekurs sollen einige Passagen aus verschiedenen Traktaten der Mischna gelesen werden. Dabei sollen nicht nur die erworbenen Hebräisch-Kenntnisse vertieft werden, sondern es wird durch die Vermittlung einer neuen Sprachstufe des Hebräischen, des Mittelhebräischen, der Zugang zu einer sehr viel umfangreicheren Literatur ermöglicht. Zugleich erlaubt die Lektüre Einblicke in das Denken der jüdischen Gelehrten der damaligen Zeit und in das Verständnis der Vorschriften zum jüdischen Religionsgesetz, der Halacha.

Tuesday: 10:30 - 12:00, weekly (from 13/04/21), Location: (Gr. Berlin 14, gr. SR)
Jens Kotjatko-Reeb
Biblisches Hebräisch - Lektüre Course details

Wir werden in diesem Semester ausgewählte Texte aus verschiedenen Büchern des Alten Testaments lesen und dabei besonders die sprachlichen und genretechnischen Besonderheiten herausarbeiten. Die bereits erworbenen Kenntnisse im Hebräischen sollen so vertieft und ausgebaut werden, um den Zugang zu neuen, unbekannten Texten zu erleichtern.

Tuesday: 13:00 - 14:30, weekly (from 20/04/21), Location: (Gr. Berlin 14, gr. SR)
Thursday: 15:30 - 17:00, weekly (from 15/04/21), Location: (Gr. Berlin 14, gr. SR)
Jens Kotjatko-Reeb
Das Böse Course details

Beginnt man mit der Bibellektüre ganz am Anfang des Alten Testaments, dauert es keine drei Kapitel, bis man zum ersten Mal auf "das Böse" stößt: Nach dem Genuss der Frucht vom Baum der Erkenntnis erlangt der Mensch die Fähigkeit, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden (Gen 2-3). Der Anfang der Menschheit scheint somit auch ein Anfang des Guten und des Bösen zu sein. Aber was ist mit dem Bösen konkret gemeint - hier und in anderen Werken des Antiken Judentums?
Wie vergegenwärtigt sich das Böse? Ist es Anlage und Möglichkeit des Menschen oder manifestiert es sich vielmehr in personalen Wesen wie bösen Geistern, dem Satan oder Fürst Mastema? Wann und warum gewinnt das Böse im Prozess seiner Vergegenwärtigung an Selbständigkeit? Und wie verhält sich die Vorstellung vom Bösen zum Monotheismus und einem dualistischen Denken?
In dieser Übung wollen wir uns gemeinsam auf die Spurensuche nach dem Bösen begeben und exemplarische Texte des Alten Testaments und Antiken Judentums übersetzen, deuten und diskutieren. Hierbei werden wir ganz unterschiedliche Konzeptionen des Bösen im Antiken Judentum kennen lernen, aber auch feststellen, dass man nicht vom Bösen sprechen kann, ohne auch von Gott zu sprechen.

Wednesday: 13:00 - 14:30, weekly (from 21/04/21), Location: (Haus 25, SemR C/D)
Dr. Mirjam Judith Bokhorst
Das Hohelied Course details

Das Hohelied ist eine Sammlung von hebräischen Liebesliedern und bietet damit Einblicke
in eine Welt, die sonst während des Theologiestudiums oft wenig Beachtung findet, aber
von der Hebräischen Bibel und ihrem Umfeld nicht getrennt werden kann: die Welt der altorientalischen Liebeslyrik.
Im Seminar sollen die wichtigsten Passagen des Hohelieds gemeinsam auf Hebräisch gelesen, analysiert
und in ihren historischen Zusammenhängen interpretiert werden. Dabei handelt es sich um sprachlich und literarisch sehr anspruchsvolle Texte, deren Verständnis nicht nur die Bereitschaft zu einer intensiven Arbeit mit dem hebräischen Original voraussetzt, sondern auch die reflektierte Anwendung literaturwissenschaftlicher Methoden und Fragestellungen, wie etwa Metaphernforschung, Theorien der literarischen Performanz und historische Genderforschung. Bedacht werden soll aber auch die Rezeption des Hohelieds in Theologie und theologischer Anthropologie.
Die Tatsache, daß mit dem Hohelied ein Büchlein in den biblischen Kanon aufgenommen wurde, dessen wichtigstes Thema die erotische Liebe ist, hat es zu einer der größten Herausforderungen für die jüdische wie die christliche Bibelauslegung werden lassen. An den verschiedenen Auslegungen des Hoheliedes läßt sich daher auch die Geschichte der Bibelauslegung überhaupt in einer herausragenden Weise studieren. Auf Grund der beschränkten Zeit kann diesem Punkt während des Semesters nur wenig Raum gewidmet werden, er soll aber an besonders wichtigen Stellen durchaus mit berücksichtigt werden.

Thursday: 18:00 - 19:30, weekly (from 15/04/21) n.a
Prof. Dr. Stefan Schorch
Deuterojesaja Course details

Nach einer Einführung in die Prophetie (inklusive ihrer Unverfügbarkeit) werden zentrale Texte aus Jes 40-55 besprochen.

Wednesday: 10:30 - 12:00, weekly (from 21/04/21), Location: (online)
Prof. Dr. Frank Alexander Ueberschaer
Die Pijjutim der vorklassischen und klassischen Epoche (mit Abraham Tal / Universität Tel Aviv) Course details

Das Oberseminar dieses Semesters steht unter der Leitung von Abraham Tal (Professor emeritus an der Universität Tel Aviv und Ehrendoktor unserer Fakultät) und ist der gemeinsamen Lektüre und Analyse der ältsten poetischen Gebetstexte (Piyyutim) für den synagogalen Gottesdienst gewidmet. Sie wurden in der post-talmudischen Zeit in Palästina auf Hebräisch verfaßt. Obgleich sich bereits im Talmud Spuren älterer poetischer Texte nachweisen lassen, ist Josse ben Josse (5. Jh. n. Chr.) der erste namentlich bekannte Dichter, der einen poetischen Ausdruck für Gebetstexte erfand. Seine Piyyutim werden der vor-klassischen Zeit zugeordnet, insofern sie noch deutlich von den Einflüssen der biblischen Psalmen geprägt sind, während die folgende Dichtergeneration diese Grenzen sprengte und zu gänzlich neuen poetischen Formen kam. Dazu gehören die zentrale Anwendung des Reimes, die den Text markant prägende Einführung von Akrosticha sowie die Erneuerung des hebräischen Lexikons in bezug auf Morphologie und Semantik, meist unter dem Einfluß des Aramäischen, aber zugleich auch fest verankert im Biblischen Hebräisch. Die herausragenden Dichter dieser „klassischen“ Epoche sind Jannai (5./6. Jh. n. Chr.) und Elasar ha-Qallir (6./7. Jh. n. Chr.). Seminarsprache ist Heräisch.

Friday: 13:00 - 14:30, weekly (from 23/04/21), https://uni-halle.webex.com/meet/stefan.schorch n.a
Prof. Dr. Stefan Schorch
Gottesvorstellungen im Alten Testament Course details

Das Alte Testament ist eine Sammlung verschiedenster Texte und Bücher, die in einem Zeitraum von etwa 1000 Jahren in höchst unterschiedlichen Kontexten entstanden sind. Es kann daher nicht überraschen, daß es auch in bezug auf zentrale religiöse und theologische Vorstellungen eine große Vielfalt höchst verschiedener Konzeptionen bezeugt. Dies ist auch in bezug auf die Gottesvorstellungen und deren jeweilige Kontextualisierungen im Rahmen poly-, heno- und monotheistischer religiöser Denksysteme der Fall. Im Verlaufe des Seminars sollen einige zentrale dieser Gottesvorstellungen auf der Grundlage eingehender Analysen alttestamentlicher Texte rekonstruiert und kontextualisiert werden.

Wednesday: 18:00 - 19:30, weekly (from 21/04/21), https://uni-halle.webex.com/meet/stefan.schorch n.a
Prof. Dr. Stefan Schorch
HS: Masora und Masoretischer Text Course details

Der Gegenstand der Wissenschaft vom Alten Testament ist im Wesentlichen der "Masoretische Text". Dieser gilt nicht nur für viele Bücher der Hebräischen Bibel als besonders wichtiger und zuverlässiger Zeuge in der Frage nach deren Urtext, sondern ist oft unhinterfragt Ausgangspunkt für Literarkritik, narrative Analyse oder feministische Auslegung.
Aber was ist der "masoretische Text", und was ist die "Masora", der er seinen Namen verdankt? Wie ist er entstanden und was unterscheidet ihn von anderen antiken und mittelalterlichen Textformen? Gibt es angesichts der verschiedenen Masoreten und Lokaltraditionen überhaupt "den masoretischen Text" und "die Masora"? Solide Kenntnis in diesen Fragen ist selbst unter Alttestamentlern rar. Im Seminar wollen wir anhand von wichtigen Handschriften und masoretischen Traktaten und Sammelwerken den masoretischen Text und die Masora näher kennenlernen.

Monday: 15:30 - 17:00, weekly (from 19/04/21), Location: (https://uni-halle.webex.com/meet/benjamin.ziemer)
Dates on Monday. 21.06.21 18:30 - 20:00, Room: (https://uni-halle.webex.com/meet/benjamin.ziemer)
PD Dr. Benjamin Ziemer
Landeskunde Palästina Course details

Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Grundlagen der historischen Geographie, der
Archäologie und der Kulturgeschichte Palästinas vom 2. Jahrtausend v. Chr. bis in die Neuzeit.

Thursday: 15:30 - 17:00, weekly (from 15/04/21), Online: https://uni-halle.webex.com/meet/stefan.schorch n.a
Prof. Dr. Stefan Schorch
Prophetengräber im Heiligen Land - literarische Quellen, lokale Traditionen, Identitätsstiftung Course details

Prophetengräber sind seit biblischer Zeit zentraler Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses in bezug auf das heilige Land. Sie bilden ein dichtes Netz über große Teile des Landes wie auch weit darüber hinaus. Viele von Ihnen sind dabei gemeinsames und gleichzeitig umstrittenes Erbe der abrahamitischen Religionen. Lokale und regionale Kulttraditionen und globales Pilgerwesen befruchten sich hier gegenseitig. Anhand von ausgewählten Beispielen sollen in dieser Übung antike, mittelalterliche und neuzeitliche Quellentexte (teils in Übersetzungen) gelesen und Bildmaterial betrachtet und die Wechselwirkung von Narrativen, Kultpraxis und Landansprüchen beobachtet werden.

Thursday: 13:00 - 14:30, weekly (from 15/04/21) n.a
Dr. Johannes Thon
Prophetie im Alten Israel Course details

Im heutigen Sprachgebrauch gelten Propheten als Menschen, die die Zukunft voraussagen können. Das werden Sie am Ende der Vorlesung nicht erlernt haben – aller Voraussicht nach jedenfalls. Aber Sie werden etwas über eine der treibenden theologischen Kräfte im Alten Israel und ihre theologischen Auseinandersetzungen efahren. Denn Propheten waren keine Zukunftsschauer, sondern Analysten der Gegenwart, die ihre Finger in die offenen Wunden der Gesellschaft gelegt, unbequeme Wahrheiten ausgesprochen und sich für ihre Überzeugungen kompromisslos eingesetzt haben.

Wednesday: 08:00 - 09:30, weekly (from 21/04/21), Location: (online)
Prof. Dr. Frank Alexander Ueberschaer
Proseminar Altes Testament Course details

Im Proseminar Altes Testament werden die grundlegenden Methoden zur wissenschaftlichen Arbeit mit alttestamentlichen Texten erlernt.

Tuesday: 18:00 - 19:30, weekly (from 20/04/21) n.a
Prof. Dr. Frank Alexander Ueberschaer
Ü: Genesis 12–25 – hebräische Lektüre Course details

Die Abrahamgeschichte soll in dieser Übung gemeinsam gelesen werden. Neben dem masoretischen Text von Gen 1–11 werden auch Texte aus anderen Teilen der Hebräischen Bibel sowie Qumranfragmente einbezogen.

Friday: 08:45 - 10:15, weekly (from 16/04/21), Location: (https://uni-halle.webex.com/meet/benjamin.ziemer)
PD Dr. Benjamin Ziemer
VL: Altes Testament im Überblick Course details

Die Vorlesung, die sich in erster Linie an Studierende Lehramt Grundschulen und Sekundarschulen richtet, gibt eine allgemeine Einführung in die Geschichte und Religionsgeschichte Israels sowie die Literaturgeschichte und Theologie des Alten Testaments. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Entstehung und Bedeutung der Tora.

Friday: 10:30 - 12:00, weekly (from 16/04/21) n.a
PD Dr. Benjamin Ziemer
VL: Die Abrahamgeschichte (Genesis 12–25) Course details

Sara und Abraham, Hagar, Ismael, Rebekka und Isaak sind als "Erzeltern" wichtige Gründungsfiguren für Judentum, Christentum und Islam. Die Erzelterngeschichte der Genesis ist die klassische und zugleich die älteste erhaltene Darstellung ihrer Beziehungen untereinander und zu ihrem Gott, der ihnen unter verschiedenen Namen begegnet. In der Vorlesung, die aufgrund der oft nicht mehr nachvollziehbaren Infektionsschutzbestimmungen leider bis auf Weiteres nur online (als Webex-Videokonferenz) stattfinden kann, wird es um die Kapitel 12–25 gehen, in denen Abraham die Hauptperson ist. Nach einer Einführung zu den vorhandenen Textzeugen und literarischen Parallelüberlieferungen und einem Überblick über wichtige Stationen der Forschungsgeschichte, die sich insbesondere mit Fragen der Entstehungsgeschichte, der Historizität sowie in jüngerer Zeit zunehmend auch der Sozialgeschichte und den Geschlechterrollen beschäftigt hat, werden anhand des hebräischen Textes zentrale Themen der Abrahamgeschichte in den Blick genommen. Dabei wird für jeden untersuchten Textabschnitt untersucht, welche Vorstellungen und Traditionen übernommen oder vorausgesetzt werden, und welche neuen Akzente gesetzt werden.

Thursday: 10:30 - 12:00, weekly (from 15/04/21), Location: (https://uni-halle.webex.com/meet/benjamin.ziemer)
PD Dr. Benjamin Ziemer
(nicht modularisiert) Einführung ins Judeo-Arabische Course details

Titel „Einführung ins Judäo-Arabische“
Kursbeschreibung: In diesem Kurs beschäftigen wir uns mit dem Phänomen des Judäo-Arabischen. Arabisch wurde auch für viele jüdische Gemeinschaften des Nahen Ostens und Nordafrikas ab dem 8./9. Jahrhundert nicht nur zur Umgangs-, sondern auch zur Literatursprache. Sehr häufig schrieben sie dieses allerdings nicht in arabischen, sondern in hebräischen Buchstaben. Diese Form des Arabischen wird gemeinhin als „Judäo-Arabisch“ bezeichnet. Um die Originalquellen zur jüdischen Geschichte im Nahen Osten und Nordafrika, die vielfach nur in Handschriften vorliegen, auswerten zu können, bedarf es einer Kenntnis dieser (linguistisch pluralen) Varietät des Arabischen.
Judäo-Arabisch ist jedoch nicht nur ein Phänomen des Mittelalters. Auch jüdische Zeitungen des 19. und 20. Jahrhunderts wurden ebenfalls häufig auf Judäo-Arabisch verfasst, diesmal jedoch mit einer starken Prägung durch die lokalen Dialekte. Nachdem wir uns in den ersten beiden Blöcken unseres Kurses vor allem mit dem klassischen Judäo-Arabisch beschäftigt haben werden, werfen wir im letzten Block unserer Veranstaltung einen Blick auf diese Zeitungen und deren dialektale Spezifika.
Ziele des Kurses: Im Kurs liegt der Schwerpunkt auf dem Erwerb praktischer Lesefertigkeiten, indem wir uns pro Sitzung einen Autoren bzw. eine Zeitung/Zeitungen aus einer bestimmten Region näher anschauen wollen.
Termine: Der Kurs wird als Blockveranstaltung angeboten.
3 Blöcke (je Freitag und Samstag, 10:00-11:30 & 13:00-14:30): 23./24.4., 14./15.5., 11./12.6.
 
Wenn Sie Interesse an dem Kurs haben, schreiben Sie bitte bis zum 9.4.2021 eine kurze Nachricht an Friederike Schmidt (friederike.schmidt@lmu.de ), in der Sie Ihre Motivation zum Erlernen des Judäo-Arabischen, Ihre Erwartungen an den Kurs und Ihre Vorkenntnisse (Arabisch, Hebräisch, …) darlegen.
Der Seminarplan sowie Vorbereitungsmaterial wird Ihnen ca. eine Woche vor der ersten Blockveranstaltung zugesandt werden.

Dates on Friday. 23.04.21 - Saturday. 24.04.21 10:00 - 11:30, Room: (3 Blöcke (je Freitag und Samstag, 10:00-11:30 & 13:00-14:30): 23./24.4., 14./15.5., 11./12.6.) Prof. Dr. Ottfried Fraisse