MLU
Course directory - SS 2022
Theologische Fakultät (SS 2022) 38 Veranstaltungen
No. Title Zeit/Ort Lecturers
‚Anerkennung‘ zwischen den (theologischen) Disziplinen Course details

Anerkannt zu werden, ist ein menschliches Grundbedürfnis. Bleibt es unerfüllt, hinterlässt dieser Mangel mehr oder weniger tiefe Spuren im Selbstverständnis der Betroffenen. Umgekehrt betrachtet, geht eine erhebende Wirkung davon aus, durch andere Menschen eigens gesehen, respektiert und gewürdigt zu werden. Solche Erfahrungen, in denen uns auf bestärkende Weise vor Augen geführt wird, wer wir sind oder sein könnten, haben keinen festen Ort. Anerkennung zu finden – das ist in nahezu allen sozialen Verhältnissen, in die wir eingebunden sind, möglich. Diese Erfahrung wird aber nicht unbedingt überall wirklich, sondern kann immer auch berechtigter- oder unberechtigterweise ausbleiben. Mit dem seit geraumer Zeit vieldiskutierten Thema ‚Anerkennung‘ ist deshalb die Frage nach sozialen Verhältnissen, in denen alle Beteiligten gleichermaßen zu ihrem Recht kommen, engstens verbunden. Diese Frage wird gegenwärtig vor allem in philosophischen und sozialwissenschaftlichen Anerkennungstheorien gestellt, sie begegnet aber auch im Bereich der Theologie. Dabei fällt auf, dass sich nicht nur die systematisch- und praktisch-theologische Reflexion des Christentums mit dem Anerkennungsthema befasst, sondern auch die historisch-exegetischen Disziplinen an dessen Erkundung beteiligt sind. Von daher ist dieser Gegenstand gut geeignet, um sich einen exemplarischen Überblick über die verschiedenen theologischen Fächer in ihrer jeweiligen Eigenart und ihrem spezifischen Beitrag zum Ganzen der Theologie zu verschaffen. Einen solchen Überblick zu gewinnen, ist das eine Ziel dieser enzyklopädisch ausgerichteten Übung. Wir werden dafür Texte von Vertreterinnen und Vertretern der unterschiedlichen theologischen Disziplinen zur Anerkennungsthematik lesen. Dass ‚Anerkennung‘ kein genuin theologischer Begriff ist, eröffnet aber zugleich die Möglichkeit, über den Tellerrand des eigenen Fachs hinauszublicken. Damit ist das andere Ziel dieser Übung benannt, in der wir uns auch mit aktuellen anerkennungstheoretischen Beiträgen aus dem philosophischen und sozialwissenschaftlichen Bereich beschäftigen werden. Im Zuge dessen erkunden wir exemplarisch, welche Gegenwartsrelevanz theologischen Sichtweisen heute zuzukommen vermag.

Lit. zur thematischen Vororientierung: L. Siep / H. Ikäheimo / M. Quante, Handbuch Anerkennung, Wiesbaden 2021.

Wednesday: 10:00 - 12:00, weekly (from 06/04/22), Location: (SemR E)
Karl-Ludwig Tetzlaff
Alfred N. Whitehead, Wissenschaft und moderne Welt Course details

In diesem Seminar wollen wir einen Klassiker der modernen Naturphilosophie lesen, den Essay „Wissenschaft und moderne Welt“ des Britischen Mathematikers und Philosophen Alfred North Whitehead. Dieses der reifen Fassung der Whiteheadschen Philosophie zuzurechnende Werk entstand 1925 nach seinem Wechsel an die Harvard University und bereitete sein Hauptwerk „Prozess und Realität“ vor, das 1929 erschien. Damit stellt es einen guten Einstieg in die Prozessphilosophie Whiteheads dar. Es geht Whitehead in diesem Buch, das aus Vorträgen entstand, um die Verbindung von Wissenschaft, Kultur und Lebensfragen in der modernen Welt, deren Entstehung in den ersten Kapiteln wissenschaftsgeschichtlich rekonstruiert wird. Danach taucht dann zum ersten Mal der Gottesbegriff in einer systematischen Weise bei Whitehead auf. Wir werden die 13 Kapitel gründlich lesen und interpretieren. Dabei wird Interesse auch an naturwissenschaftlichen Fragestellungen sowie die Bereitschaft zu kurzen Einführungsreferaten erwartet, ohne dass Vorkenntnisse zu Whitehead vorausgesetzt werden.

Literatur: A.N. Whitehead, Wissenschaft und moderne Welt, 1988; M. Hampe, Alfred North Whitehead, 1998; M. Welker, Prozeßtheologie/Prozeßphilosophie, TRE 27, 597–604; M. Welker, Whiteheads Vergottung der Welt, NZSTh 24 (1982), 185–205; T. Müller, Gott - Welt - Kreativität. Eine Analyse der Philosophie A. N. Whiteheads, 2009.

Tuesday: 18:00 - 20:00, weekly (from 05/04/22), Location: (SemR E)
Prof. Dr. Dirk Evers
Buddy Einführungsveranstaltung Course details The course times are not decided yet. Gritt Eisenkopf, M.A.
Christsein als Lebensform - was ist das unterscheidend Christliche? Course details

Seit einiger Zeit hat sich die Rede vom Christsein als Lebensform sowohl praktisch-theologisch wie auch religionspädagogisch etabliert. Hier setzen wir im Seminar ein und fragen danach, was damit zum Ausdruck gebracht wird. Daran schließt sich eine kritische Reflexion der systematisch-theologischen Bezugspunkte an, die in hermeneutische Überlegungen münden soll: Was bedeutet es für die Reflexion von Christentum und Glauben, wenn wir Christsein als dynamische Lebensform begreifen? Anschließend liegt der Fokus auf der handlungsorientierenden Perspektive (in Konzentration auf den Religionsunterricht und die Konfi-Arbeit). An ausgewählten Beispielen werden Fragestellungen aus den Feldern Natur und Schöpfung, Christologie und Soteriologie sowie Pneumatologie und Eschatologie aus den erarbeiteten hermeneutischen Perspektiven heraus beleuchtet.

Tuesday: 10:00 - 12:00, weekly (from 05/04/22), Location: (Haus 30, HS II)
Prof. Dr. Michael Domsgen,
Prof. Dr. Dirk Evers
Das Apostolische Glaubensbekenntnis Course details

Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist heute das meistgesprochene Glaubensbekenntnis in den "westlichen" Kirchen. Seine Ursprünge in der Alten Kirche sind nicht vollständig geklärt. Unter Karl dem Großen wurde es um 800 offizielles Bekenntnis im Frankenreich und so im gesamten Abendland verbreitet.
Im Seminar wollen wir 1) den Ursprüngen des Apostolikums auf die Spur kommen, 2) uns Beispiele aus der Rezeptionsgeschichte des Apostolikums ansehen (Luthers Katechismen, Apostolikumsstreit) und 3) darüber nachdenken, was heute mit dem Apostolikum anzufangen ist.

Thursday: 16:00 - 18:00, weekly (from 07/04/22), Location: (Haus 30, SemR B)
Prof. Dr. Jörg Ulrich
Dekonstruktion(en) der Esoterik: Esoterische Themen im Religionsunterricht Course details

"Esoterik" ist in Deutschland tief verwurzelt. Bei den Coronaprotesten spielten "Esoterikerinnen" und "Esoteriker" von Anfang an eine große Rolle. Doch bereits vor der Pandemie gab es immer wieder auch Überschneidungen mit dem rechtsextremen Spektrum. Fördert "esoterisches Denken" vielleicht sogar Radikalisierung und Extremismus? Aber was ist "Esoterik" überhaupt?
Nach der grundlegenden Klärung des "Esoterikbegriffs", einer entwicklungsgeschichtlichen Spurensuche und Kontextualisierung (Gnosis,Theosophie, Anthroposophie, etc.) wollen wir die unterschiedlichsten Phänomene und Ausprägungen moderner und postmoderner Esoterik (Spiritismus, Okkultismus, Satanismus, Magie, Homöopathie, Astrologie, "braune Esoterik", Technoschamanismus etc.) in den Blick nehmen und gemeinsam überlegen, ob es sich bei diesen wirklich um "Esoterik" handelt, wie diese theologisch zu beurteilen sind und wie sie(religions-)pädagogisch sinnvoll im Religionsunterricht thematisiert werden können.

Tuesday: 18:00 - 19:30, weekly (from 05/04/22), Location: (SemR A)
Jörg Hellmich
Die Welt der gotischen Kathedralen. Architektur – Theologie – Ikonographie Course details Thursday: 16:00 - 18:00, weekly (from 07/04/22), Location: (Haus 30, HS I)
Walter-Martin Rehahn
Doktorandenkolloquium Course details

Nur auf persönliche Einladung.
Im Doktorandenkolloquium werden entstehende Promotionsarbeiten sowie Forschungsfragen besprochen.

The course times are not decided yet. Prof. Dr. Jörg Ulrich
Eberhard Jüngel, Ausgewählte Texte Course details

Wir wollen in diesem Seminar ausgewählte Aufsätze des Tübinger Theologen Eberhard Jüngel lesen, der im vergangenen September verstorben ist. 1934 in Magdeburg geboren, hat er in Ostberlin Theologie studiert und nach dem Mauerbau die Leitung des dortigen Sprachenkonvikts übernommen. Von 1966 bis 1969 lehrte er mit Erlaubnis der DDR-Behörden in Zürich und wechselte dann mitten in den Studentenunruhen nach Tübingen, wo er trotz einiger Rufe an andere Universitäten bis 2003 Dogmatik und Religionsphilosophie lehrte. Als Exeget aus der Bultmann-Schule kommend und hermeneutischen Ansätzen verpflichtet, aber durch Karl Barth ebenfalls nachhaltig geprägt, hat Jüngel ein breites Oeuvre zu vielen Themen der Systematischen Theologie hinterlassen. Wir wollen in diesem Seminar Texte aus den frühen Arbeiten zur Exegese und zur Barth-Interpretation lesen, vor allem aber seine pointierten Aufsätze aus den Bänden seiner „Theologischen Erörterungen“ zu theologischen und politischen Themen zur Kenntnis nehmen.

Literatur: E. Jüngel, Paulus und Jesus, 5. A., 1979; E. Jüngel, Gottes Sein ist im Werden, 4.A. 1986; E. Jüngel, Theologische Erörterungen I–V; E. Jüngel, Die Leidenschaft, Gott zu denken. Ein Gespräch über Denk- und Lebenserfahrungen, hg. v. F. Ferrario, Zürich 2009; Die Theologie Eberhard Jüngels. Kontexte, Themen, Perspektiven, hg. v. D. Evers / M. D. Krüger, 2020; D. Evers, Coole Theologie. Eberhard Jüngels Bemerkungen zur politischen Verantwortung von Christentum und Kirche, in: Religion und Politik [Hartmut Ruddies zum 70. Geburtstag], hg. v. J. Dierken / D. Evers, 2016, 209–237.

Tuesday: 12:00 - 14:00, weekly (from 05/04/22), Location: (SemR E)
Prof. Dr. Dirk Evers
Einführung in die Ostkirchenkunde Course details

Die Vorlesung führt in Geschichte, Theologie, Gottesdienst und Spiritualität der Orthodoxen und Altorientalischen Kirchen ein. Dabei kommen so unterschiedliche Bereiche wie Ikonen und die Theologie der Bilderverehrung, Identitäten nahöstlicher und osteuropäischer Migrationsgemeinden in Deutschland oder konfessionelle Selbst- und Fremdbilder in den ökumenischen Dialogen zwischen Evangelischer und Orthodoxer Kirche in den Blick. Im Rahmen der Vorlesung besuchen und besprechen wir gemeinsam einen orthodoxen Gottesdienst.

Monday: 13:00 - 15:00, weekly (from 04/04/22), Location: (Haus 30, HS I)
Prof. Dr. Martin Illert
Einführung: Religiöse Bildung in Familie und Gemeinde Course details

Im Anschluss an die Fachdidaktikvorlesung, die religiöse Bildung am Lernort Schule thematisiert, wendet sich diese Vorlesung außerschulischen Lernorten zu. Dabei spielen Familie und Gemeinde eine besondere Rolle. Neben konzeptionellen Grundlegungen werden einzelne Handlungsfelder exemplarisch vertieft.

Tuesday: 12:00 - 14:00, weekly (from 05/04/22), Location: (Haus 30, HS II)
Prof. Dr. Michael Domsgen
Examensrepetitorium Kirchengeschichte Course details

Das Examensrepetitorium bereitet auf das Examen im Fach KG vor. Der zentrale Lernstoff soll exemplarisch aufbereitet bzw. wiederholt werden, zudem wird das schriftliche und mündliche Artikulieren von fachlichem Wissen eingeübt (Probeprüfungen, Probeklausuren).

Friday: 10:00 - 12:00, weekly (from 08/04/22), Location: (Haus 30, SemR B)
Prof. Dr. Jörg Ulrich
Forschungskolloquium (n.V.) Course details

Im Forschungskolloquium werden laufende und geplante Qualifikationsarbeiten (Diplom, Staatsexamen, Promotion, Habilitation) und weitere Forschungsprojekte vorgestellt und diskutiert. Die Teilnahme ist an die verabredete Planung oder Durchführung einer Qualifikationsarbeit am Seminar für Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie gebunden bzw. erfolgt auf persönliche Einladung.

The course times are not decided yet. Prof. Dr. Daniel Cyranka
Forschungskolloquium Aktuelle Herausforderungen der Religionspädagogik Course details

Im Forschungskolloquium werden religionspädagogische Forschungsprojekte vorgestellt und diskutiert. Ein Schwerpunkt bildet dabei die Diskussion laufender Promotions- und Habilitationsprojekte der Forschungsstelle Religiöse Kommunikations- und Lernprozesse sowie des Lehrstuhls. Teilnahme nach vorheriger Anmeldung bei Prof. Domsgen.
Termin: 14.03.22, 20.04.22, 01.06.22, 06.07.22 jeweils 9-14 Uhr, weitere Termine werden im Semester vereinbart

The course times are not decided yet. Prof. Dr. Michael Domsgen
Gedächtnis und Erinnerung Course details

Ausgehend vom Handlungsfeld Seelsorge sollen Theorien des Gedächtnisses erarbeitet werden. Mit den erst in jüngerer Zeit wahrgenommenen transgenerationellen Verflechtungen stellen sich neue Herausforderungen an eine Seelsorge, die sich interdisziplinär versteht und in interkulturellen Räumen bewegt. Voraussetzung: ein systematisch-theologisches bzw. kulturwissenschaftliches Hauptseminar.
Blockeinheit (zweistündig, genauer Termin wird noch bekanntgegeben)
Konstituierende Sitzung: 21. 4. 2022 (Raum wird noch bekanntgegeben)

The course times are not decided yet. Prof. Dr. Anne Steinmeier
Geschichte der Ethik im Zusammenhang theologischer Denkformen II (Von der Aufklärung bis zur Gegenwart) Course details

In der Vorlesung wird ein Überblick über wesentliche Stationen der Entwicklung ethischer Themen und Prinzipien sowie der Begründung ethischer Urteile geboten. Zugleich geht es um deren Kontextualisierung in zentralen Denkformen aus Theologie und Philosophie. Der Bogen wird sich vor dem Hintergrund des reformatorischen Denkens von der Aufklärung bis zur Gegenwart spannen. Dabei werden u.a. Denker wie Kant, Hegel und Schleiermacher, aber auch Nietzsche, Schweitzer, Tillich und Barth zur Sprache kommen. Aus der jüngsten Zeit werden Rawls, Taylor und Habermas aus dem Bereich der politischen (und biopolitischen) Ethik vorgestellt, für die theologische Ethik stehen etwa Rendtorff, Herms und Koch. Zugleich sollen Grundformen und -begriffe ethischen und theologischen Denkens herausgearbeitet werden, die auch für heutige ethische Urteilsbildung relevant sind.

Literatur: Jan Rohls, Geschichte der Ethik, Tübingen, 2. Aufl. 1999; ders., Philosophie und Theologie in Geschichte und Gegenwart, Tübingen 2002; Jörg Lauster, Die Verzauberung der Welt. Eine Kulturgeschichte des Christentums, München 2017. Weitere Literatur wird in der Vorlesung benannt.

Wednesday: 10:15 - 11:45, weekly (from 06/04/22), Location: (Hörsaal I oder II)
Prof. Dr. Jörg Dierken
Hauptseminar: Religionsunterricht an Grundschulen Course details

Das Seminar soll dazu befähigen, Religionsunterricht sachgemäß zu beobachten, zu beurteilen und vorzubereiten. Hierzu ist die Teilnahme an Hospitationen in einer Schulklasse – zusätzlich zu den sonstigen Seminarsitzungen – erforderlich. In dieser Klasse werden dann von Studierenden selbst Unterrichtsstunden gehalten, die auf Video festgehalten und anschließend nachbesprochen werden.

Thursday: 12:15 - 13:45, weekly (from 07/04/22), Location: (Haus 30, SemR A oder SemR B oder HS I)
Dr. Georg Bucher,
Dr. Ariane Beate Schneider
John Miltons Paradise Lost. Poetische Theologie II Course details

Die Vorlesung zu Miltons Epos vom Fall der Engel und Menschen ist Teil der Reihe Poetische Theologie I-V. Als Teil III folgt Goethes Faust-Dichtung. IV und V begeben sich aufs weite Feld der modernen Literatur. Die im Winter 21/22 behandelte Göttliche Komödie Dante Alighieris (1265–1321) ist als eine Jenseitsreise interpretiert worden, die mit scharfem Witz, leidenschaftlichem ethischem Urteil und poetischer Präzision eigentlich die Konturen des diesseits gelebten Lebens schärft.
John Milton (1608–1674), Dichter, Theologe, Publizist, Revolutionär und auch Staatssekretär Cromwells, verfasst mit Paradise Lost eine Poetische Theologie anderer Art. Der Text ergänzt und deutet umfassend die ersten Kapitel des Buchs Genesis, und er will die göttliche Vorsehung für das menschliche Fassungsvermögen rechtfertigen. Die Imagination beginnt allerdings mit der Finsternis der Hölle, voll rachedurstiger gefallener Engel, welche die Leser*innenschaft als wüste oder auch raffinierte Dämonen erschrecken. Satan stachelt seine Gefährten wie ein barocker Politikus an, nach absoluter Herrschaft zu streben: „Better to rule in Hell than serve in Heav’n.“ Und schon erleben wir Miltons Plädoyer gegen satanischen Absolutismus und für eine Republik der Gottesfürchtigen, lesen leidenschaftliche Dichtung des Bösen zur Mahnung der Gewissen und lassen uns das Paradies so nachdrücklich vergegenwärtigen, dass man sich fragt, ob es wirklich lost sei …
Die Vorlesung stellt den Text vor, erörtert exemplarische Passagen und erfragt den systematischen Mehrwert einer Poetischen Theologie.

Friday: 12:00 - 14:00, weekly (from 22/04/22), Location: (Hörsaal II oder I)
PD Dr. Christian Senkel
Kasualpredigt. Predigt zu besonderen Anlässen in Biographie und Kirchenjahr Course details

Im Seminar werden exemplarische Texte zur Kasualtheorie gelesen und eigene Predigten zu wahlweise biographischen Wendepunkten oder Übergängen im Kirchenjahr geschrieben und im Seminar besprochen.

Wednesday: 18:00 - 22:00, weekly (from 06/04/22), Location: (Haus 30, HS II)
Prof. Dr. Anne Steinmeier
Kirche, Nation und Menschheit in der Theologie Karl Barths Course details

Vorbesprechung: Termin wird per Doodle gefunden [in folgender Woche: 16.–20.05.2022 (45min)]

• Karl Barth hat sich Zeit seines Lebens nicht gescheut, auch schwierige Themenkomplexe zu behandeln und von einem theologischen Standpunkt, das Zeitgeschehen aufzugreifen. Im Lichte der Offenbarung Gottes in Jesus Christus wollte er die Phänomene der Welt beleuchten. Dabei blieb er von der Offenbarung Gottes her denkend der Erde treu und trieb eine engagierte Theologie. Was er im Speziellen zur Kirche, der Nation und der Menschheit gesagt hat, soll in dieser Übung thematisiert werden. Hierfür werden Texte aus drei Phasen aus dem Leben Karl Barths herausgegriffen und vor dem zeithistorischen Hintergrund beleuchtet.
• Das Ziel der Übung ist es, die gelesenen Texte in die Theologie Karl Barths einordnen zu können und eine eigene kritisch-reflektierte Positionierung zu diesen Texten zu finden. Bestandteil der Übung ist eine Vorbesprechung, sowie eine Blockveranstaltung und die Teilnahme an der Internationalen Karl Barth-Tagung auf dem Leuenberg in der Schweiz.

o Blockseminar: 01.07.2022 (13–18 Uhr); 02.07.2022 (9–12 Uhr)
o Karl Barth Tagung: 18.–21.07.2022 (Infos unter: https://karl-barth-tagung.de)
• Lektüreempfehlung: Tietz, Christiane, Karl Barth. Ein Leben im Widerspruch, München 2018.

Dates on Friday. 01.07.22 13:00 - 18:00, Saturday. 02.07.22 09:00 - 12:00 N.N.
Kirchen- und Theologiegeschichte im Überblick II Course details

In der Vorlesung wird die Kirchen- und Theologiegeschichte des (Hoch)mittelalters und der Reformation überblicksweise dargestellt.

Friday: 12:00 - 14:00, weekly (from 08/04/22), Location: (Haus 30, HS II)
Prof. Dr. Jörg Ulrich
Kolloquium zur Besprechung laufender Arbeiten (Examen, Diplom, Dissertation, Habilitationsschrift) Course details

Das Kolloquium richtet sich an fortgeschrittene Studierende sowie Personen, die eine von mir in meiner Funktion als Hochschullehrer (mit-)betreute akademische Qualifikationsschrift (Examensarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Habilitationsschrift o.ä.) erarbeiten bzw. vorbereiten oder deren weiterer akademischer Qualifikationsprozess in einem fachlichen Austausch mit mir bzw. meinem Lehrstuhl steht. In dem Kolloquium sollen Teile aus solchen Arbeitsprojekten vorgestellt und diskutiert werden. Genauere Informationen zur Anmeldung von Präsentationen und zum Programm werden noch versandt. Um Anmeldung wird gebeten.

Dates on Friday. 13.05.22 14:00 - 20:00, Room: (SemR E) Prof. Dr. Jörg Dierken
Methoden im Religionsunterricht: Begleitseminar zur SPÜ Course details

Nach einer Einführung in die Grundlagen der Unterrichtsbeobachtung, -vorbereitung und -didaktik werden Hospitationen in der Schule durchgeführt und im Anschluss daran eigene Unterrichtsstunden gehalten und ausgewertet. Der Schwerpunkt des Begleitseminars besteht darin, ausgewählte Methoden und Medien des RU kennenzulernen und einzuüben. Neben dem zweistündigen Begleitseminar müssen für die Hospitationen und die praktische Durchführung des Unterrichts sowie die Vor- und Nachbesprechung zwei weitere Stunden eingeplant werden.
Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl melden Sie sich bitte unter Angabe Ihres Studiengangs im StudIP bis spätestens zum 1.4.2022 verbindlich an.

Monday: 16:15 - 17:45, weekly (from 04/04/22), Location: (SemR A)
Jörg Hellmich
Natur – Gender – Gott Course details

Die Debatten um geschlechtliche Identität, Grenzen von binären Konzepten und Diversität bis hin zu Transsexualität haben Fragen nach dem Verhältnis von Natürlich-Gegebenem und Sozial-Gemachtem aufgeworfen. Gibt es Dimensionen des von Natur aus Unverfügbaren? In welcher Weise und zu welchem Preis ist es möglich oder auch notwendig, ehemals fest scheinende Grenzen zu verändern? Inwieweit ist das vermeintlich Natürliche ein soziales Konstrukt (oder auch umgekehrt)? Solchen und weiteren Fragen will das Seminar auf grundsätzliche Weise nachgehen. Dazu sollen Texte von Judith Butler, Christoph Türcke, Birgit Recki und Traugott Koch gelesen werden, die diese Fragen aus gendertheoretischer, philosophischer und theologischer Perspektiven erörtern. Judith Butler plädiert als feministische bzw. queer-theoretische Vordenkerin dafür, dass auch das sog. biologische Geschlecht ein gesellschaftliches Konstrukt ist, Geschlecht und Geschlechterverhältnisse gelten mithin als verhandel- und veränderbar. Christoph Türcke kritisiert als marxistisch und psychoanalytisch inspirierter Denker die Vorstellung von der willkürlichen ‚Machbarkeit‘ in Bereichen, die bisher als unverfügbar galten. Das betrifft nicht nur Sex und Gender im Positiven, sondern auch die Gefährdung unserer Welt durch die Klimakrise im Negativen. Birgit Recki präsentiert als humanistisch gesonnene Philosophin eine Sicht von Natur und Mensch, wonach gerade auch der Mensch mit seiner Intelligenz Teil der Natur ist und zugleich die Natur die Möglichkeiten von Technik durch menschliche Intelligenz bereithält. Traugott Koch geht als Theologe der Frage nach, wie die Natur und Gott zusammen zu denken sind und ob Gott in der Natur erkannt werden kann. Die offene Diskussion dieser sehr verschiedenen Texte soll zu einem eigenständigen theologischen Verständnis der bzw. unserer Natur beitragen und ethische Umgangsformen angesichts vielfältiger Herausforderungen und Chancen erkunden.

Lit.: Judith Butler, Gender Trouble/dt.: Das Unbehagen der Geschlechter, Frankfurt a.M., 202020; Christoph Türcke Natur und Gender. Kritik des Machbarkeitswahns, München 2021; Birgit Recki, Natur und Technik. Eine Komplikation, Berlin 2021; Traugott Koch, Das göttliche Gesetz der Natur. Zur Geschichte der neuzeitlichen Naturverständnisse und zu einer gegenwärtigen theologischen Lehre von der Schöpfung, Zürich 1991.

Wednesday: 20:00 - 21:30, weekly (from 06/04/22), Location: (SemR E)
Prof. Dr. Jörg Dierken
Neue Texte zur Digitalisierung Course details

Wir leben in einer zunehmend digitalen Welt. Nahezu alle Lebensbereiche werden von digitalen Techniken durchdrungen und erfahren darunter tiefgreifende Veränderungen. Die Rede von Web 2.0, Internet der Dinge, digitalen Medien u.ä. stehen dafür schlagwortartig. Angesichts der enormen Auswirkungen auf unser Leben hat sich inzwischen eine breite Reflexion dieses komplexen Gesamtvorgangs in öffentlichen und wissenschaftlichen Debatten entwickelt. Insbesondere in Medienwissenschaft und Soziologie ist dabei eine Reihe viel beachteter Theorieentwürfe entstanden, die das fragliche Phänomen aus unterschiedlicher Perspektive zu beschreiben versuchen. In dieser Übung sollen wichtige Beiträge in Auswahl gelesen und diskutiert werden (F. Stalder, D. Baecker, A. Reckwitz, A. Nassehi). Zugleich werden wir uns mit dezidiert theologischen Auseinandersetzungen der Digitalisierung beschäftigen.

Monday: 18:00 - 19:30, weekly (from 04/04/22), Location: (SemR E)
Dr. Constantin Plaul
Religionspädagogischer Grundkurs: Weltreligionen und interreligiöses Lernen im Religionsunterricht Course details

Interreligiöse Kompetenz ist eine wesentliche Schlüsselqualifikation in religiös-pluralen Gesellschaften des 21. Jahrhunderts. Das Thema Weltreligionen und interreligiöses Lernen gehört daher zu den zentralen Themen des Religionsunterrichts. Die Lehrveranstaltung vermittelt Grundwissen über die Weltreligionen und gibt einen Einblick in Grundkonzeptionen interreligiösen Lernens. Gemeinsam soll darüber nachgedacht werden, welche Formen des RU und welche Unterrichtsmethoden geeignet sind, interreligiöse Kompetenz in der Schule zu fördern.

Monday: 18:00 - 19:30, weekly (from 04/04/22), Location: (SemR A)
Jörg Hellmich
Religiöse Bildung und religiöses Lernen in der Kultur der Digitalität Gemeinsam mit Prof. Dr. Martina Kumlehn (Rockstock) und Prof. Dr. Henrik Simojoki (Berlin) Course details

Gegenstand: Seit einigen Jahren ist die Digitalisierung der Gesellschaft in vollem Gange. Sie trägt sowohl passive wie aktive Züge. Der Gesellschaft widerfährt etwas, indem sie sich aktiv verändert. Das Seminar beleuchtet diese vierte Medienepoche der Menschheit (nach der Epoche der Mündlichkeit, der Schriftlichkeit und des Buchdrucks) und zeichnet deren Herausforderungen nach. Die „Abenteuer der Oralisierung, Alphabetisierung und Literarisierung“ waren „allesamt nicht minder überfordernd“ (Baecker) und veränderten die Gesellschaft tiefgreifend in ihrer Struktur und Kultur. Der Blick zurück hilft dazu, die Gegenwart besser zu verstehen und von dort her nach den Konsequenzen für religiöses Lernen zu fragen und danach zu suchen, wie gelingende religiöse Bildung in der "Kultur der Digitalität" (Stalder) konzipiert werden kann. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den damit zu beleuchtenden Grundsatzfragen.
Termin: Das Oberseminar findet am 17./18.6.22 in Berlin statt. Vorbereitet wird es in der Sitzung am 3.5.22 um 13.45 Uhr - Raum wird noch bekannt gegeben!

The course times are not decided yet. Prof. Dr. Michael Domsgen
Repetitorium: Systematische Theologie Course details

Das Repetitorium wendet sich an Studierende, die sich auf die Abschlussprüfung vorbereiten und den Stoff des systematisch-theologischen Studiums aufbereiten wollen. Es werden wesentliche Themenfelder der Theologischen Prinzipienlehre, Dogmatik und Ethik zur Sprache kommen. Der Stoff wird anhand von Lehrbüchern (Leonhardt, Körtner, Handbuch der Evangelischen Ethik u.a. Literatur) sowie mit Hilfe eines von Traugott Koch erstellten Readers erarbeitet.

Literatur: U. Körtner, Dogmatik, 2018; T. Koch, Reader (wird elektronisch bereitgestellt); W. Huber, T. Meireis, H. –R. Reuter (Hgg.), Handbuch der Evangelischen Ethik, 2015; R. Leonhardt, Grundinformation Dogmatik, 4. A., 2009.

Wednesday: 16:00 - 18:00, weekly (from 06/04/22), Location: (SemR E)
Prof. Dr. Dirk Evers
Schwellenzeiten – Segensräume Course details

Noch immer nehmen Menschen an Wendepunkten ihrer Lebensgeschichte die sogenannten Kasualien (früher sprach man pfarrerorientiert von Amtshandlungen) in Anspruch, auch wenn sie sonst der Kirche eher fremd sind. Diese Signifikanz führt in religionskulturelle Debatten um „Religion im Modus der Spiritualität“ (W. Gräb). Aus kulturwissenschaftlicher Perspektive kommen Kategorien der Theatralität und der Transgression in den Blick, die anthropologische Fragen im Horizont einer Theologie des Lebens herausfordern.
Die Vorlesung wird Grundlagen und Debatten moderner und postmoderner Kasualtheorien darstellen und diskutieren.

Tuesday: 18:00 - 20:00, weekly (from 05/04/22), Location: (Haus 30, HS II)
Prof. Dr. Anne Steinmeier
Seminar mit Exkursionen. Ende und Anfang. Sterben und Bestatten in Religion(en) und Gesellschaft. Course details

Sterben und Bestatten sind mit den stärksten symbolischen Markierungen ausgestattet: Gerade an diesen Schwellen werden Gottesbilder, Menschenbilder, Weltbilder und Jenseitsvorstellungen christlicher Konfessionen, verschiedener Religionen sowie auch (mehr oder weniger) nicht-religiös geprägter Kulturen erkennbar. Rituelle Handlungen, Zeremonien und Liturgien machen den Umgang mit Ende und Anfang erfahrbar.
In diesem Seminar soll das Bestatten als Ritualhandeln unterschiedlicher religiöser und nicht religiöser Traditionen aus religionswissenschaftlicher und praktisch-theologischer Perspektive in den Blick genommen werden (und dabei auch das empirische Beobachten und Erleben reflektiert werden).
Die mögliche Bandbreite reicht von muslimischen Riten über das traditionelle Requiem und Prozessionen bis zu freischaffenden Riten-Designern, vom Campo Santo über Waldfriedhöfe und Friedenshaine bis zum All-Inclusive-Anbieter. Exkursionen führen zu Gesprächspartnern in der Region, die als Geistliche, als Bestatterin, Friedhofsverwalter oder auch als freie Rednerin Sterben, Tod und Abschied begleiten.

Die Exkursionen und der Seminarteil finden vor allem in der Pfingstwoche statt. Die konstituierende Sitzung findet am 22.04.2022 von 14 bis 15 Uhr statt. Es wird noch 1-2 Vorbereitungssitzungen geben (auch freitags) und eine Abschlusssitzung am 8. Juli.
Die Bereitschaft zu einem einführenden Referat bzw. zur Vorlage eines Exkursionsprotokolls wird erwartet.
Bitte achten Sie auf den Anmeldeschluss am 11.04.2022 um 18:00 Uhr (über Stud. IP).

Dates on Friday. 22.04.22 14:00 - 15:00, Tuesday. 07.06.22 - Saturday. 11.06.22 10:00 - 17:00, Friday. 08.07.22 14:00 - 16:00 Prof. Dr. Erik Dremel,
Prof. Dr. Daniel Cyranka
Seminar: Heilige Schriften Course details

Grundtexte der Religionen – Heilige Schriften
In dem Seminar werden Grundtexte diverser Religionen in deutscher Übersetzung vorgestellt, in Auszügen gelesen und diskutiert bzw. kommentiert. Das Seminar kann als Ergänzung zur Vorlesung Religionen II (Vielfalt der Religionen) oder auch eigenständig besucht werden.

Wednesday: 12:00 - 14:00, weekly (from 06/04/22), coronabedingter Beginn 13:00-14:30 Uhr, Location: (SemR B)
Dr. des. Martin Emmrich
Theologie der Aufklärung Course details

Die theologische Literatur der Aufklärung ist klar identifizierbaren gemeinsamen Anliegen verpflichtet: Zum einen wird unter dem Stichwort „Autonomie“ die Mündigkeit des Menschen gegenüber allen Bevormundungen – seien es dogmatische, kirchliche oder staatliche – herausgestellt. Zum anderen unterzieht man auf dem Wege der Kritik die überkommenen Lehrteile und Traditionen einer genauen Prüfung. Schließlich geht es darum, religiöse Überzeugungen und biblische Symbole vor dem Hintergrund des Wahrheits- und Wissenschaftsverständnisses der Neuzeit neu zur Sprache zu bringen.
In unserem Proseminar wollen wir zentrale Texte der deutschen Aufklärungstheologie erarbeiten. Im Mittelpunkt der Lektüre werden Autoren wie Christian Wolff, Johann Joachim Spalding, Johann Friedrich Wilhelm Jerusalem und Johann Gottfried Herder stehen. Auch Referenztexte aus dem Kontext der europäischen Debatte werden gelesen. Ein genauer Seminarplan wird in der konstituierenden Sitzung besprochen.

Literatur: Karl Aner: Die Theologie der Lessingzeit, Halle 1929
Albrecht Beutel: Aufklärung in Deutschland, Göttingen 2006

Thursday: 16:00 - 18:00, weekly (from 07/04/22), Location: (SemR B)
Dr. Marianne Schröter
Theologie und Naturwissenschaften: historische und systematische Perspektiven Course details

Religion und Naturwissenschaften scheinen sich für manche in einem Dauerkonflikt zu befinden, bei dem die Religion nur auf dem Rückzug sein kann und also die Wissenschaft auf Kosten der Religion floriert. Für andere stehen sie im Grunde beziehungslos nebeneinander. Für die Geschichte der Neuzeit wird man allerdings sagen können, dass sich Religion und Naturwissenschaft im Grunde nie verhältnislos gegenüberstanden, sondern vielfältige, spannungsvolle Beziehungen zwischen Anregung und Kritik bestanden. In dieser Vorlesung wollen wir uns zunächst in einem geschichtlichen Teil die Entwicklung naturwissenschaftlicher Theorien und Weltbilder vor allem in der Neuzeit vor Augen führen, um dann in einem systematischen Teil auf aktuelle Debatten zwischen Theologie und Naturwissenschaften einzugehen und damit Fragen der Kosmologie, Physik, Biologie (Evolution und Schöpfung), Neurowissenschaften und grundlegende erkenntnistheoretische und ökologische Fragen in den Blick zu nehmen.

Literatur: H. Schwarz, 400 Jahre Streit um die Wahrheit – Theologie und Naturwissenschaft, 2012; Ch. Southgate (Hg.), God, Humanity and the Cosmos. Third edition. A Textbook in Science and Religion, 2011; P. Harrison, The Territories of Science and Religion, 2015; A.N. Whitehead, Wissenschaft und moderne Welt, 1988 (Kap. 12: Religion und Wissenschaft); M. Mühling, Der Dialog zwischen Theologie und Naturwissenschaften, ThLZ 138/12 (2013), 1419–1432; D. Evers, Raum – Materie – Zeit. Schöpfungstheologie im Dialog mit naturwissenschaftlicher Kosmologie, 2000.

Wednesday: 12:00 - 14:00, weekly (from 06/04/22), Location: (Hörsaal II)
Prof. Dr. Dirk Evers
Theologische Wirtschaftsethik (4.0) Course details

Zum menschlichen Leben gehört es wesentlich hinzu, vieles von dem, was man braucht oder gerne hätte, gar nicht oder nicht in hinreichendem Ausmaß zu haben. Das entsprechende Stichwort lautet: Knappheit. Ihre Bearbeitung ist Menschen nur durch wechselseitigen Austausch von Gütern möglich. Das entsprechende Handlungsgebiet ist das der Wirtschaft. Wirtschaftliches Handeln geht folglich aus Asymmetrien hervor, verstärkt diese vielfach aber auch wiederum. Ob und wenn ja, wie sich solches Handeln an ethischen Maßstäben orientieren lässt, ist eine klassische Frage der Wirtschaftsethik. Schon der Umgang mit den Bedarfsdeckungspoblemen in den modernen Massengesellschaften hat die Bearbeitung dieser Frage massiv verkompliziert. Im Zuge der Digitalisierung stellen sich viele Fragen und Probleme nochmals neu. Unter dem Titel „Wirtschaftsethik 4.0“ haben die Theologen Joachim Wiemeyer und Traugott Jähnichen kürzlich ein Buch vorgelegt, in dem sie die neuen wirtschaftsethischen Herausforderungen des digitalen Wandels aus katholischer und evangelischer Perspektive beschreiben und reflektieren. Im Proseminar wollen wir dieses Buch in Auszügen lesen und diskutieren. Neben der (exemplarischen) Einführung in die Problematik theologischer (Wirtschafts-)Ethik soll das Proseminar zugleich methodische Kompetenzen zur systematischen Rekonstruktion von Texten und ihrer kritischen Beurteilung anbahnen.

Monday: 10:15 - 11:45, weekly (from 04/04/22), Location: (SemR E)
Dr. Constantin Plaul
Troeltsch 3.0. Die Bedeutung des Protestantismus für die Entstehung der modernen Welt Course details

Ernst Troeltsch hat 1906 in einem – später stark erweiterten – Vortrag vorm IX. deutschen Historikertag eine epochale These formuliert – die eigentlich eine Frage ist. Die Frage lautet, ob der Protestantismus eindeutig messbare, kausal bestimmbare Wirkungen im Entstehungsprozess der Moderne gehabt habe. Die Antwort konstruiert eine differenzierte Geschichte von Brüchen, Korrekturen und Neuformungen und sie entwirft dabei eine Lagebeschreibung der evangelischen Theologie in modernen Zeiten. Eine gewinnbringende Anwendungsmöglichkeit von Troeltschs Denkweise ist u.a., dass sie jeder Geschichtspolitik, die Reformation und Protestantismus pompös vereinnahmt oder pausbackig ablehnt, die Luft ablassen kann.
Wir lesen den über 100-jährigen Text in der Absicht, uns seine Einsichten systematisch anzueignen (Troeltsch 3.0). Dies soll jedoch kontextsensibel geschehen, weshalb das Seminar Troeltschs Wiederentdeckung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einbezieht (Troeltsch 2.0). Erst diese theologiegeschichtliche Konstellation lässt uns verstehen, warum wir heute auf Troeltschs Analysen zurückgreifen können.
Gut die Hälfte der Seminarzeit gilt der disziplinierten Lektüre von Troeltschs Essay, im Übrigen wird das als 2.0 und 3.0 zu Befassende ergebnisoffen diskutiert.

Friday: 14:00 - 16:00, weekly (from 22/04/22), Location: (SemR A oder B)
PD Dr. Christian Senkel
Übung: Sekten in der Diskussion. Religionswissenschaftliche und theologische Perspektiven II Course details

Ausgehend von der Denotation und einigen Konnotationen des wissenschaftlich nicht unstrittigen Begriffs, werden wir uns in der Fortsetzung der Übung Sekten I der konfliktträchtigen Kontroverse um religiöse Sondergemeinschaften annähern. Dabei werden ausgewählte, weitere Einzelgruppierungen genauer behandelt, um anhand dieser die Debattenlagen auf religionswissenschaftlicher und theologischer, aber auch - diese tangierend - auf politischer und philosophischer Ebene zu untersuchen.

Wednesday: 10:00 - 12:00, weekly (from 06/04/22), coronabedingter Beginn: 10:30-12:00 Uhr, Location: (SemR B)
Dr. des. Martin Emmrich
Ulrich Barth, Symbole des Christentums Course details

In der Sozietät, die gemeinsam mit den Leipziger Systematikern Roderich Barth und Rochus Leonhardt durchgeführt wird, soll die neue Dogmatik von Ulrich Barth gelesen werden. Unter dem Titel „Symbole des Christentums“ hat der emeritierte langjährige Hallenser Systematiker Ulrich Barth seinen Entwurf einer Dogmatik vorgelegt, der durchaus neue und eigene Perspektiven eröffnet. Dieser Entwurf wird in der Sozietät abschnittweise besprochen.
In der ersten Sitzung sollen die Prolegomena besprochen werden, dafür sind die Seiten 3-76 vorzubereiten. Der weitere Lektüreplan wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

Lit.: Ulrich Barth, Symbole des Christentums, hg. von Friedemann Steck, Tübingen 2021

Thursday: 16:00 - 18:00, fortnightly (from 14/04/22), Location: (Leipzig), (SemR E, Halle)
Dates on Thursday. 14.07.22 18:00 - 20:00, Room: (SemR E, Halle - Abschlussdiskussion)
Prof. Dr. Jörg Dierken
Vo(r)m Untergang der Titanic. Werkstatt für Visionär*innen in Nöbdenitz Course details

Kirche hat keine Zukunft, meint Heinzpeter Hempelmann und belegt es mit 11 Thesen. Wie auch immer man diese Zuspitzung beurteilt, stellen sich Fragen, die einer Klärung bedürfen: Welche Wege der Finanzierung und der Kirchenmitgliedschaft könnte es jenseits des jetzt Gültigen geben? Was ist die Schönheit und Relevanz kirchlicher Feiertage in einer Welt, wo der Osterhase lila lacht? Wie kommt die Kirchenmusik zu den Helene-Fischer-Fans? Wie packt Kirche in Zukunft mit an, lindert Einsamkeit, verbindet Wunden und erzählt von einem Gott, der trägt? Das Seminar setzt sich mit diesen Fragen auseinander. Im Zentrum steht die Teilnahme an einem Workshop für Visionär*innen in Nöbdenitz, der gemeinsam vom Kirchenkreis Altenburger Land und dem Hamburger Werk „Kirche im Dialog“ veranstaltet wird (nähere Informationen dazu finden sich unter: https://www.kircheimdialog.de/fileadmin/Fl_Werkstatt_f_Vis_Kor9.pdf).
Termin: Die Zukunftswerkstatt findet vom 6.-8.6.22 in Nöbdenitz statt. Vorbereitend darauf treffen wir uns am 20.4.22 um 13.45 Uhr - Raum wird noch bekannt gegeben.

The course times are not decided yet. Prof. Dr. Michael Domsgen