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Course directory - SS 2021
gender*bildet (SS 2021) 5 Veranstaltungen
No. Title Zeit/Ort Lecturers
Abschlusskolloquium gender*bildet [Zertifikat Gender Studies] Course details

Das Abschlusskolloquium ist obligatorisch für den Erwerb des Zertifikats Gender Studies. Hier entwickeln die Teilnehmer*innen einzeln oder zu zweit Abschlussprojekte für das Zertifikatsstudium. Das Kolloquium dient der kollegialen Beratung. Es finden drei gemeinsame Blocktermine im Semester statt, zusätzlich können Einzelberatungen in Anspruch genommen werden.
Nähere Informationen unter: https://www.gleichstellung.uni-halle.de/aufgaben__themen_und_aktivitaeten/gender.bildet/angebote_studierende/zertifikat/

Das Kolloquium findet nach jetzigem Stand online statt. Sobald das Infektionsgeschehen es zulässt können wir auch Präsenztermine planen; dies werden wir gemeinsam abstimmen.

Dates on Wednesday. 28.04.21 10:00 - 12:00, Wednesday. 26.05.21 10:00 - 11:00, Wednesday. 26.05.21 11:30 - 12:30, Wednesday. 23.06.21 10:00 - 11:00, Wednesday. 23.06.21 11:30 - 12:30, Wednesday. 07.07.21 10:00 - 12:00, Room: (Gruppe 1), (Gruppe 2), (alle)(+1 more) Dr. Dayana Lau
Diversity Writing Course details

Dieses Seminar möchte mit Hilfe von literarischen Texten und mittels Übungen des kreativen Schreibens einen Sensibilisierungsprozess anstoßen bzw. weiterführen, der darauf abzielt, sich von Diversität bereichern zu lassen. Gender ist dabei nur eine, wenn auch zentrale Kategorie, mit der wir uns beschäftigen wollen. In diesem Prozess des Bewusstmachens geht es auch darum, für sich selbst unpassende und/oder andere Menschen benachteiligende Normen zu erkennen und sich von ihnen zu emanzipieren. Ziel des Seminars ist es, individuelle und kollektive Freiheitsräume zu erkunden.
Schreiben wird dabei als Reflexions-, Ausdrucks- und Kommunikationsmittel eingesetzt. Einerseits zur Verarbeitung der gelesenen Texte, andererseits zur Beschreibung eigener Erfahrungen, Gedanken, Emotionen und Wünsche.

Tuesday: 10:00 - 12:00, weekly (from 13/04/21) n.a
Saskia Kühn
Manifeste – „Gestaltete Visionen“ Course details

„Was einem die Revolution so richtig vermiesen kann ist die Frage, wer am Montag danach den Müll abholt." (engl. Original: “The sourball of every revolution: after the revolution, who’s going to pick up the garbage on Monday morning.”).
Dieser Satz entstammt dem 1969 verfassten „Manifesto for Maintenance Art“ der Künstlerin Mierle Laderman Ukeles. Ukeles begründet darin die ungewöhnliche Stoßrichtung ihrer künstlerischen Arbeit, in der sie ihre alltäglichen Besorgungen und Verrichtungen, ihre „Maintenance“, kurzerhand zu ihrem Werk erklärt. Ihr Manifest ist damit nicht zuletzt als ein Versuch zu werten, den traditionellen Werkbegriff der Kunst vom Kopf auf die Füße zu stellen.
Im Seminar wollen wir zunächst den Blick auf die Form des Manifest selbst lenken: Als öffentliche Artikulation von künstlerischen Positionen, politischen Anliegen, programmatischen Aufrufen oder utopischen/dystopischen Zukunftsvisionen zählt das Textgenre zu den zentralen Ausdruckformen literarischer, künstlerischer oder politischer Bekanntgaben vor allem des 19. und 20. Jahrhunderts. Sperrt sich der Begriff in der Gesamtschau auch gegen eine genaue Definition oder präzise Zuordnung von Form- und Stil-Kriterien, so ist die facettenreiche Gattung dennoch durch die Notwendigkeit geeint, Öffentlichkeit zu erlangen, sei es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung selbst oder in der Retrospektive. Darüber hinaus operiert jedes Manifest an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis. Wie Janet Lyon es ausdrückte, sind Manifeste „a genre that gives the appearance of being at once both word and deed, both threat and incipient action." (Janet Lyon (1999): Manifestoes: Provocations of the Modern, S.14)
Wir werden uns im Kompaktseminar nach einem kurzen Streifzug und Einordnung der gängigen Forschungsgeschichte zum Textgenre selbst auf Entdeckungsreise begeben und nach den weniger bekannten Manifesten Ausschau halten. Entsprechend Donna Haraways Definition der „gestalteten Visionen“ wollen wir uns dabei nicht nur auf die schriftliche Gestalt des Manifests beschränken. Zentral wird uns auch die Frage begleiten welche Denkanstöße, radikalen Ideen und Utopien feministische Autor*innen mit ihren Manifesten beigetragen haben. Am Ende sollen all unsere Fundstücke gemeinsam neu zusammengestellt werden.

Um der Idee eines partizipatorischen Seminars nachzukommen, sind alle Teilnehmer*innen aufgefordert zu Beginn des Blockseminars am 11.6. ein von Ihnen ausgewähltes Manifest als Beispiel mitzubringen und kurz vorzustellen.

Anrechenbarkeit:
Die Veranstaltung ist sowohl als ASQ als auch als Modul im Zertifikatsstudium Gender Studies anrechenbar. Nähere Informationen zum Zertifikat finden Sie hier:
https://www.gleichstellung.uni-halle.de/aufgaben___aktivitaeten/gender.bildet/angebote_studierende

Prüfungsleistung:
Die Veranstaltung wird mit einem Reflexionsbericht abgeschlossen, der bis Ende des Semesters einzureichen ist. Informationen dazu finden sich hier: https://www.gleichstellung.uni-halle.de/aufgaben___aktivitaeten/gender.bildet/angebote_studierende/zertifikat/

Dates on Friday. 11.06.21 14:00 - 15:30, Saturday. 19.06.21 - Sunday. 20.06.21 09:30 - 14:30, Saturday. 03.07.21 - Sunday. 04.07.21 09:30 - 15:00, Room: (online) Annika Sominka
Queer-feministische Schreibkollaborationen. Schreiben als Flow, nicht als Code. Course details

In diesem Seminar wollen wir uns mit der Möglichkeit der Artikulation von Differenz die in der queer-feministischen Schreibkollaboration liegt, beschäftigen.
Schreiben und Kollaborieren sind wissenschaftliche Kulturtechniken, die die Art und Weise von Wissensgenerierung grundlegend prägen und gleichzeitig vergeschlechtlicht und vergeschlechtlichend sind. Die feministische Physikerin Karen Barad hält Reflexion als wissenschaftlichen Modus für nicht hinreichend und konstatiert: “intervention is the key”. In der Schreibkollaboration passiert das Schreiben – und vielleicht auch die Intervention - durch das Schreiben der Anderen. Ob und wie das möglich sein könnte, soll gemeinsam im Seminar erprobt werden.
In queer-feministischer und anti-kolonialer Literatur geht es viel um ein researching back, writing back oder talking back also den Versuch des re-claimings. Es geht um ein Zurückforschen, oder ein Widerforschen - das Zurückerobern der eigenen (auch körperlichen) Erfahrung von denen, die die Erfahrung anderer beforschen, beschreiben und bewerten. Es geht so auch um die Anerkennung der Verantwortung die diesen Momenten innewohnt. Gloria Anzaldúa argumentiert, dass Verstehen nur durch das Fleisch passieren kann, durch unsere Präsenz in der Welt und unsere Erfahrung von Welt. Im Seminar werden wir also lesen und schreiben. Vielleicht gelingt es uns gemeinsam, Schreiben nicht als Code zu verstehen sondern als Flow – und die körperliche Dimension dabei nicht nur mitzudenken, sondern auch anhand der Wissensgenerierung, die dabei entstehen wird, zu intervenieren. Dieses Seminar wird ausschließlich online stattfinden - wir werden sehen, ob das funktioniert. Lektüren werden meist auf englisch sein, schreiben können wir auf deutsch und auf englisch.

Dates on Thursday. 15.04.21, Thursday. 06.05.21, Thursday. 17.06.21, Thursday. 08.07.21 10:00 - 12:00 Dr. Christina Annalena Eckert
queeres denken und schreiben - zentrale texte aus den anfängen einer theoretisch-politischen intervention Course details

Das Seminar begibt sich auf Spurensuche nach frühen Texten der Selbstverständigung queeren Denkens. Queer ist in seinem Ursprung eine politische und theoretische Strömung gewesen und kann bis heute als produktive Verunsicherungswissenschaft verstanden werden. Gleichzeitig können im Lauf der Zeit Veränderungen im Denken unterschiedlicher queerer Autor:innen festgestellt werden. Diese Kontinuitäten und Brüche sollen Gegenstand des Seminars sein. Am Anfang steht die Auseinandersetzung mit einigen "alten" Texten, die die Basis für die gemeinsame Weiterentwicklung des Seminars bilden. Die Interessen der Teilnehmenden sollen dabei leitend sein – exemplarische Fragestellungen könnten sein:

  • Wie wird heute in queerpolitischen Räumen queer verstanden? Welches sind wesentliche Bezugstexte?
  • Welche theoretischen und welche politischen Diskurse haben sich "queer" angeschlossen, welche wurden abgeschwächt?
  • Was sind unsere eigenen Anstöße gewesen, uns mit queeren Texten zu beschäftigen? Und was ist daraus geworden?

Das Seminar soll dabei ein Ort der Auseinandersetzung und der eigenen Textproduktion sein, die einen individuellen Zugang und einen Selbstverständigungsprozess ermöglichen sollen. Die Veranstaltung wird online durchgeführt und besteht aus synchronen und asynchronen Arbeitsphasen. Die Bereitschaft zur Textlektüre ist notwendige Teilnahmevoraussetzung.

Anrechenbarkeit:
Die Veranstaltung ist sowohl als ASQ als auch als Modul im Zertifikatsstudium Gender Studies von gender*bildet anrechenbar. Nähere Informationen zum Zertifikat finden Sie hier:
https://www.gleichstellung.uni-halle.de/aufgaben___aktivitaeten/gender.bildet/angebote_studierende

Prüfungsleistung:
Im Seminar entstehen Texte, die der Prüfungsleistung zugrunde gelegt werden können. Nähere Informationen werden im Seminar bekannt gegeben.

Dates on Friday. 23.04.21, Friday. 07.05.21, Friday. 28.05.21 14:00 - 15:30, Friday. 25.06.21, Friday. 02.07.21 13:00 - 15:30, Room: (online) Dr. Dayana Lau,
Dr. Klemens Ketelhut