Seminar: [BA-MH] Gender oder Genre? Was am Tagebuch 'weiblich' sein soll - Details

Seminar: [BA-MH] Gender oder Genre? Was am Tagebuch 'weiblich' sein soll - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: [BA-MH] Gender oder Genre? Was am Tagebuch 'weiblich' sein soll
Semester SoSe 2025
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 23
maximale Teilnehmendenanzahl 20
Heimat-Einrichtung Leitung des Instituts für Geschichte
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Nächster Termin Dienstag, 08.04.2025 12:00 - 14:00, Ort: Seminarraum 23 (Raum 2.01) [LuWu 2]
SWS 2

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Unabhängig ob Bibliothek oder Buchhandel, in beiden lockt die Abteilung „Frauen“ mit besonderen Angeboten für die „weibliche Unterhaltung“. Eine äquivalente Abteilung für das männliche Lesevergnügen sucht man/frau jedoch vergebens. Doch was charakterisiert eine Literatur als weiblich, männlich oder gar ungeschlechtlich? Inwieweit strukturieren Prozesse der Vergeschlechtlichtung die Wahrnehmung der Leser*innen? Und für die Nutzung als Quelle in den Geschichtswissenschaften: Welche Ergebnisse zeitigt eine geschlechterhistorische Auswertung im Vergleich zu anderen Untersuchungsperspektiven?
Anhand von Tagebuchliteratur des 20. Jahrhunderts werden wir uns im Seminar zu Beginn mit den quellentechnischen Besonderheiten und Fallstricken von Tagebüchern als Genre auseinandersetzen. Daran anschließend beschäftigen wir uns mit der Quellenkritik und verschiedenen Methoden des hermeneutischen Umgangs mit Tagebüchern als Quellen für geschichtswissenschaftliche Fragestellungen. Zusätzlich werden wir die verschiedenen Zeitebenen des Tagebuchinhalts, der Veröffentlichung- und Rezeptionsgeschichte bei der Auswertung fokussieren. Beispielsweise kann das Tagebuch „Eine Frau in Berlin“ von Anonyma, dessen Inhalt in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges in Berlin verortet ist, einerseits als Quelle über die Massenvergewaltigungen aus Sicht einer deutschen Frau dienen. Andererseits kann es ebenso Aussagen über die Rezeption der literarischen Thematisierung dieser in der deutschen Nachkriegsgesellschaft bei der deutschen Erstveröffentlichung des Buches 1959 ermöglichen.

Literaturempfehlung:

Dusini, Arno: Was am Tagebuch ,weiblich’ sein soll …, in: Gerhalter, Li/ Hämmerle, Christa (Hg.): Krieg -Politik-Schreiben. Tagebücher von Frauen (1918 bis 1950) (= L'HOMME. Reihe zur Feministischen Geschichtswissenschaft, Bd. 21), Wien/ Köln/ Weimar 2015, S. 163-173.

Hof, Renate/ Rohr, Susanne (Hg.): Inszenierte Erfahrung. Gender und Genre in Tagebuch, Autobiographie, Essay, Tübingen 2008.

Modulleistung: Je nach Ihrem Studiengang absolvieren Sie am Ende des Seminars Ihre Modulprüfung in Form einer Klausur oder einer mündlichen Prüfung.

Studienleistung: Die Studienleistung umfasst die regelmäßige aktive Mitarbeit in den einzelnen Sitzungen durch die Vorbereitung der Lektüre und der Beteiligung am Seminargespräch sowie die Vorbereitung einer Sitzung. Gemeinsam mit anderen Studierenden werden Sie dabei die gemeinsame Quellenarbeit an einem Tagebuch anleiten.

Diese Lehrveranstaltung ist im Studienbegleitprogramm von gender*bildet (Zertifikat Gender Studies) anrechenbar. Nähere Informationen finden Sie unter diesem Link (https://www.rektorin.uni-halle.de/stabsstellen/vielfalt-chancengleichheit/gender_bildet/angebote_studierende/zertifikat/).

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "Beschränkte Teilnehmendenanzahl: [BA-MH] Gender oder Genre? Was am Tagebuch ‚weiblich‘ sein soll".
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Es wird eine festgelegte Anzahl von Plätzen in den Veranstaltungen verteilt.
    Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.
  • Die Anmeldung ist möglich von 10.03.2025, 10:00 bis 06.04.2025, 23:59.