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Seminar: (MA-TA/MA-TB, IAS, Wiwis, Agrar) Jenseits des Marktes - Karl... - Details
 
  (MA-TA/MA-TB, IAS, Wiwis, Agrar) Jenseits des Marktes - Karl Polanyi in der Wirtschaftsgeschichte
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  Zeit:
Termine am Di. 10.04. 13:00 - 16:00, Di. 04.09. 09:00 - 18:00
Semester:
SS 2018
  Nächster Termin:
Di., 04.09.2018, 09:00 - 18:00, Ort: (IAMO, Theodor- Lieser-Strasse 2, Konferenzraum II)
Vorbesprechung:
Di., 10.04.2018, 13:00 - 16:00
  Veranstaltungsort:
(IAMO, Theodor- Lieser-Strasse 2, Marmorsaal) Di. 10.04. 13:00 - 16:00
(IAMO, Theodor- Lieser-Strasse 2, Konferenzraum II) Di. 04.09. 09:00 - 18:00
 
  DozentInnen:
  Veranstaltungstyp:
Seminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
 
  Kommentar/Beschreibung:
Karl Polanyi hat grundlegende und bis heute nicht entschiedene wirtschaftshistorische Debatten ausgelöst. Diese kreisen um die Frage, ob es Sinn macht, auch vormoderne bzw. vorindustrielle Wirtschaften als Marktwirtschaften zu definieren und somit aufbauend auf den Theorien, Annahmen und mit den Methoden der Neoklassik zu analysieren. Polanyi selber würde dies strikt verneinen, während die gegenwärtig dominierende Neoklassik ihre Analyse wie selbstverständlich auf jede Form menschlichen Wirtschaftens seit der Altsteinzeit anwendet.
Polanyi zwingt zum Nachdenken. Auch wenn sein Denken über Wirtschaftsgeschichte im Rahmen dieses Seminars nur schlaglichtartig beleuchtet werden kann, so gewähren die ausgewählten Themen Einblicke in das Erkenntnispotential Polanyis für eine moderne Wirtschaftsgeschichte. Gleichzeitig geht es anhand konkreter vormoderner Gesellschaften und Wirtschaften auch um die Grenzen der Neoklassik.
Englisch ist zwingende Voraussetzung für alle, die am Seminar teilnehmen wollen. Es soll insgesamt fünf Themenblöcke geben doch eigene Vorschläge der Seminarteilnehmer*innen zu Themen sind willkommen. Der erste Themenblock beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen des wirtschaftshistorischen Denkens Polanyis. Die Tempelwirtschaft Mesopotamiens bietet das Beispiel eines große Räume bzw. ganze Reiche strukturierenden Wirtschaftssystems, das keine Marktwirtschaft war. In der Forschung zur Wirtschaft der griechisch-römischen Antike wird bis heute heftig gestritten, ob hier nicht die ersten großräumigen, institutionell hochentwickelten und gut integrierten Marktwirtschaften vorlagen oder dies nicht eine unzulässige Übertragung moderner Kategorien auf die alte Welt darstellt, die nur Missverständnisse erzeugt. Die beiden Pole bilden hier Moses I. Finley (Die antike Wirtschaft, dtv) und Peter Temin (The Roman Market Economy, Princeton UP). Dahomey behandelt ein archaisches Reich der frühen Neuzeit in Westafrika, dessen Wirtschaft stark auf Sklavenarbeit beruhte und das mit der Integration in den transatlantischen Sklavenhandel dennoch tiefgreifende Veränderungen erfuhr: Europäischer Frühkapitalismus traf auf ein archaisches Reich. An der Schwelle zum modernen Industriekapitalismus, für Polanyi das erste wirkliche Marktsystem, entwickelt sich das englische sogenannte „Poor Law“. Heftige Debatten und eine Masse an neuen empirischen Arbeiten zeichnen gegenwärtig die Forschung zum englischen Poor Law aus, so dass sich Polanyi’s Interpretation des englischen Poor Laws kritisch diskutieren lässt.
1) Grundlagen des wirtschaftshistorischen Denkens von Polanyi
2) Mesopotamien
3) Die große Polanyi-Debatte zur antiken Wirtschaft Griechenlands und Roms (erste Marktwirtschaft oder Redistributionssysteme?)
4) Dahomey: ein afrikanisches Reich zwischen indigener Sklavenwirtschaft und transatlantischem Sklavenhandel im kapitalistischen Weltsystem
5) Das Englische ‚Poor Law‘ an der Schwelle zum Industriekapitalismus zwischen Fürsorge und entfesseltem Industriekapitalismus
Für die Seminarteilnehmer*innen sollen aller Voraussicht nach Vorträge von Experten zur antiken Wirtschaft, zum englischen Armengesetz, zum Verhältnis von neoklassischer Institutionenökonomie zu Polanyi und zur Antikenrezeption bei Marx und Engels angeboten werden. Diese dienen dem Zweck, den Einstieg in das Thema zu erleichtern und Anregungen für die eigenen Seminararbeiten und Vorträge zu bekommen.
Das Seminar soll interdisziplinär gestaltet werden in Zusammenarbeit mit den Altertumswissenschaftler*innen und den Historiker*innen.
  Studiengänge (für):
MSc. Empirische Ökonomik und Politikberatung 120LP 1. Version 2016,
MSc. Europäische und internationale Wirtschaft 120LP 1. Version 2014,
MSc. Geographie 120LP 1. Version 2009, 2015,
International Area Studies 120LP 1. Version 2011,2015
weitere Studiengänge in Rücksprache dem Institut für Geschichte
  SWS:
2
  ECTS-Punkte:
5
  Studienmodule:
GES.02283: SoSe 18 - MA Geschichte Modul Theorie, Methoden, Historiographie A
GES.02284: SoSe 18 - MA Geschichte Modul Theorie, Methoden, Historiographie B
GES.06279: SoSe 18 - MA Geschichte Vormoderne II: Forschungsprobleme und Forschungskontroversen
GES.06285: SoSe 18 - MA Geschichte Vormoderne II: Forschungsprobleme und Forschungskontroversen (Lehramt)
GES.06291: SoSe 2018 - Empirische Forschungen zur vormodernen Wirtschafts- und Sozialgeschichte (5 LP)
GES.06292: SoSe 18 -Vormoderne Wirtschafts- und Sozialgeschichte im Überblick (10 LP)
GES.06293: SoSe 18 - Empirische Forschungen zur modernen Wirtschafts- und Sozialgeschichte (5 LP)
GES.06372: SoSe 18 - Moderne Wirtschafts- und Sozialgeschichte im Überblick (10 LP)
WIW.00783: Seminar Volkswirtschaftslehre
  Studienbereiche:
 
  Heimat-Einrichtung:
VWL, insb. Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Beteiligte Einrichtungen:
  Anmeldeverfahren:
Die Auswahl der Teilnehmenden wird nach der Eintragung manuell vorgenommen.

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Das Teilnahmeverfahren für diese Veranstaltung wurde am 02.04.2018 um 23:59 beendet.
Die vorläufige Auswahl der Teilnehmenden erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldung.
Zugelassene Studiengänge (6 freie Plätze):
  • Alle Studiengänge   (4 belegt)
  Anzahl der Teilnehmenden: 9
DozentInnen: 3
TutorInnen: keine
Sonstige: 6
max. Teilnehmerzahl: 10
Freie Kontingentplätze: 6
Forenbeiträge: keine Dokumente: keine